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12. Ka­pi­tel: Leis­tungsstö­rungs­recht, insb. Scha­denser­satz statt der Leis­tung

A. Warum be­han­deln wir noch ein­mal die §§ 280 ff. BGB?

Be­reits zu Be­ginn des Win­ter­se­mes­ters ha­ben wir § 280 Abs. 1 BGB ken­nen­ge­lernt. Sie er­in­nern sich si­cher an das Prü­fungs­schema die­ses An­spruchs:

Prü­fungs­schema für § 280 Abs. 1 BGB

I. Schuld­ver­hält­nis (§ 311 BGB)

II. Pflicht­ver­let­zung (§ 241 BGB)

III. Ver­tre­ten­müs­sen (§ 280 Abs. 1 S. 2 BGB iVm §§ 276 ff. BGB)

IV. Scha­den (§§ 249 ff. BGB)

In der Klau­sur­pra­xis wird Ih­nen § 280 Abs. 1 BGB im Zi­vil­recht fast in je­dem Fall be­geg­nen - auch wenn Sie den An­spruch viel­leicht ver­nei­nen müs­sen. Wäh­rend wir uns im Win­ter­se­mes­ter aber nur mit den Grund­la­gen die­ser An­spruchs­grund­lage be­fasst ha­ben, be­ge­ben wir uns nun in die wah­ren Un­tie­fen des Leis­tungsstö­rungs­rechts. Wir wer­den uns noch ein­mal mit dem Zu­sam­men­hang zwi­schen den ge­setz­li­chen Rück­tritts­rechten (§§ 323 ff. BGB) und Scha­denser­satzan­sprü­chen be­fas­sen; wir wer­den uns die zu­sätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des § 280 Abs. 3 BGB an­se­hen. Da­bei han­delt es sich bei § 281 Abs. 1 S. 1 BGB, § 282 BGB und § 283 S. 1 BGB dem Wort­laut nach um ei­ge­ne, an die Ih­nen be­reits be­kann­ten Rück­tritts­rechte aus § 323 BGB, § 324 BGB und § 326 Abs. 5 BGB an­ge­lehnte An­spruchs­grund­lagen, wel­che den Ih­nen ge­läu­fi­gen § 280 Abs. 1 S. 1 BGB er­gän­zen. Dem­ge­gen­über ent­hält § 311a Abs. 2 S. 1 BGB einen ei­ge­nen An­spruch auf Scha­denser­satz statt der Leis­tung we­gen an­fäng­li­cher Un­mög­lich­keit, der von den §§ 280 ff. BGB völ­lig un­ab­hän­gig ist. Dar­über hin­aus ler­nen wir den An­spruch auf das stell­ver­tre­tende com­mo­dum (§ 285 BGB) so­wie den Er­satz frus­trier­ter Auf­wen­dungen (§ 284 BGB) ken­nen.

Hier­durch kön­nen Sie ei­ner­seits das Be­kannte noch ein­mal wie­der­ho­len, er­ken­nen aber an­de­rer­seits auch den großen Zu­sam­men­hang. Da­bei geht es um ein The­men­feld, das ge­mein­hin un­ter dem Schlag­wort "Leis­tungsstö­rungs­recht" be­kannt ist. Vor die­sem Hin­ter­grund be­gin­nen wir mit ei­nem kur­zen Über­blick, was sich hin­ter die­sem Be­griff ver­birgt.

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