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B. Wel­che An­sprü­che er­ge­ben sich aus dem Ei­gen­tü­mer-Be­sit­zer-Ver­hält­nis?

VI. Der de­fekte DVD-Player

D ver­äu­ßert einen dem E ge­stoh­le­nen DVD-Player an K, der von dem Dieb­stahl nicht ahnt. Wäh­rend K das Ge­rät be­nutzt, stößt er aus Un­acht­sam­keit ein auf dem Tisch ste­hen­des Ge­tränk um. Ein Teil der Flüs­sig­keit ge­langt auf und in den DVD-Player, so dass die­ser "den Geist auf­gibt". E ver­langt nun von K Scha­denser­satz.
Zu Recht?
Lö­sungs­vor­schlag
Da­für müsste E ge­gen K einen An­spruch auf Scha­denser­satz ha­ben.
A. ver­trag­li­che An­sprü­che
Ver­trag­li­che An­sprü­che schei­den man­gels ver­trag­li­cher Be­zie­hung zwi­schen E und K aus.
B. qua­si­ver­trag­li­che An­sprü­che
Auch quais­ver­trag­li­che An­sprtü­che sind nicht er­sicht­lich.
C. ding­li­che An­sprü­che
In Be­tracht kom­men ding­li­che An­sprü­che.
I. An­spruch des E ge­gen K auf Scha­denser­satz aus § 989 BGB
E könnte ge­gen K einen An­spruch aus § 989 BGB auf Zah­lung von Scha­denser­satz ha­ben.
1. Vor­lie­gen ei­ner Vin­dia­ka­ti­ons­lage
Da­für müsste zu­nächst eine Vin­di­ka­ti­ons­lage zwi­schen E und K be­ste­hen.
a) E ist Ei­gen­tü­mer
E müsste Ei­gen­tü­mer sein. Ur­sprüng­lich war E Ei­gen­tü­mer, § 1006 Abs. 1, Abs. 2 BGB. Ein gut­gläu­bi­ger Er­werb des K nach §§ 932 ff. BGB schei­tert dar­an, dass dem E der DVD-Player zu­vor von D ge­stoh­len wor­den ist (§ 935 Abs. 1 BGB).
b) K ist Be­sit­zer
K ist un­mit­tel­ba­rer Be­sitzer des DVD-Players, § 854 Abs. 1 BGB.
c) K hat kein Recht zum Be­sitz
Schließ­lich hat K auch kein Recht zum Be­sitz ge­gen­über E, § 986 BGB.
d) Zwi­schen­er­geb­nis
Eine Vin­di­ka­ti­ons­lage zwi­schen E und K liegt da­her vor.
2. Vor­ausst­zun­gen des § 989 BGB
Des Wei­te­ren müsste E sein aus § 965 BGB re­sul­tie­ren­des Recht auf Her­aus­gabe gel­tend ge­macht ha­ben und diese be­reits rechts­hän­gig ge­wor­den sein. Nach §§ 261 Abs. 1, 251 Abs. 1 ZPO ver­steht man dar­un­ter die Zu­stel­lung der Klage an den Be­klag­ten. Eine sol­che ist vor­lie­gend je­doch nicht er­folgt.
3. Er­geb­nis
E hat ge­gen K kei­nen An­spruch auf Scha­denser­satz aus § 989 BGB.
II. An­spruch des E ge­gen K auf Scha­denser­satz aus §§ 990 Abs. 1, 989 BGB.
E könnte ge­gen K einen An­spruch auf Zah­lung von Scha­denser­satz aus §§ 990 Abs. 1, 989 BGB ha­ben.
1. Vor­lie­gen ei­ner Vin­di­ka­ti­ons­lage
Die er­for­der­li­che Vin­di­ka­ti­ons­lage ist ge­ge­ben (s.o.).
2. Vor­aus­set­zun­gen der §§ 992, 823 ff. BGB
K hat sich den Be­sitz we­der durch ver­bo­tene Ei­gen­macht (§ 858 Abs. 1 BGB) noch durch eine Straf­tat ver­schafft.
3. Er­geb­nis
Auch hat E ge­gen K kei­nen An­spruch auf Zah­lung von Scha­denser­satz aus §§ 992, 823 ff. BGB.
D. De­lik­ti­sche An­sprü­che
Ein An­spruch auf Scha­denser­satz aus § 823 Abs. 1 BGB schei­tert an der Sperr­wir­kung des § 993 Abs. 1 aE BGB. Da­nach ist die An­wend­bar­keit des § 823 Abs. 1 BGB und auch des § 823 Abs. 2 BGB ge­sperrt. Auch ein Scha­denser­satz­an­spruch aus § 823 Abs. 2 BGB schei­det da­her aus. Im Üb­ri­gen würde der An­spruch an dem feh­len­den ver­letz­ten Schutz­ge­setz schei­tern.
E. Ge­sam­t­er­geb­nis
E hat keine Scha­denser­satz­an­sprü­che ge­gen K.
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