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C. Wo­nach kann man Rechts­for­men ord­nen?

VI. Was be­han­delt das „Ka­pi­tal­ge­sell­schaftsrecht“?

Das Ka­pi­tal­ge­sell­schaftsrecht re­gelt die be­son­de­ren Fra­gen der Ka­pi­tal­ge­sell­schaften. Wel­che Ge­sell­schaf­ten dazu ge­hö­ren, er­gibt sich aus der Klam­mer­de­fi­ni­tion in § 3 Abs. 1 Nr. 2 UmwG. Eine Klam­mer­de­fi­ni­tion ist eine Be­griffs­be­stim­mung, die das Ge­setz in Klam­mern un­mit­tel­bar an den Be­griff an­fügt. Ebenso zählt die Über­schrift des 2. Ab­schnitts des 3. Bu­ches des HGB die Ka­pi­tal­ge­sell­schaften auf. Ka­pi­tal­ge­sell­schaften sind da­nach:

  • die Ak­ti­en­ge­sell­schaft (AG). Hinzu kommt die dort nicht ge­nannte Eu­ro­päi­sche Ak­ti­en­ge­sell­schaft (So­cie­tas Eu­ro­paea, SE).

  • die Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung (GmbH), ein­schließ­lich der Un­ter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt). Die UG ist keine ei­gene Rechts­form, son­dern eine Va­ri­ante der GmbH (§ 5a GmbHG).

  • die Kom­man­dit­ge­sell­schaft auf Ak­tien (KGaA).

Für diese Ge­sell­schaf­ten ver­langt das Ge­setz, dass ein Min­dest­ver­mö­gen nach stren­gen Vor­ga­ben auf­ge­bracht wird: das Stamm­ka­pi­tal (GmbH) bzw. das Grund­ka­pi­tal (AG, KGaA). Man spricht vom Grund­satz der Ka­pi­tal­auf­brin­gung. Bei der UG (haf­tungs­be­schränkt) ist das Min­dest­stamm­ka­pi­tal stark ab­ge­senkt. Zum Aus­gleich muss sie einen Teil ih­res Jah­res­über­schus­ses in eine Rück­lage ein­stel­len (§ 5a Abs. 3 GmbHG).

Ist das Ka­pi­tal auf­ge­bracht, darf es nicht wie­der an die Ge­sell­schaf­ter zu­rück­flie­ßen (Grund­satz der Ka­pi­taler­hal­tung). Im Ge­gen­zug haf­ten die Ge­sell­schaf­ter den Gläu­bi­gern grund­sätz­lich nicht mit ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen. Den Gläu­bi­gern haf­tet nur das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen (vgl. § 13 Abs. 2 GmbHG, § 1 Abs. 1 S. 2 AktG). Die Haf­tungs­be­schrän­kung wird also durch strenge Ka­pi­tal­schutz­vor­schrif­ten „er­kauft“. Eine Aus­nahme bil­det die KGaA: Dort haf­tet min­des­tens ein Ge­sell­schaf­ter per­sön­lich und un­be­schränkt (§ 278 Abs. 1 AktG).

Zu­dem be­schränkt sich die Be­tei­li­gung der Ge­sell­schaf­ter meist dar­auf, Ka­pi­tal zur Ver­fü­gung zu stel­len. Eine per­sön­li­che Mit­ar­beit ver­langt das Ge­setz in der Re­gel nicht. Ge­sell­schafts­ver­trag oder Sat­zung kön­nen aber et­was an­de­res vor­se­hen.

Bei den Per­so­nen­ge­sell­schaften stellt das Ge­setz da­ge­gen keine Min­dest­an­for­de­run­gen an das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen. Zu den Per­so­nen­ge­sell­schaften zäh­len die Ge­sell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR), die of­fene Han­dels­ge­sell­schaft (OHG), die Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG) und die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft. Vor­han­de­nes Ge­sell­schafts­ver­mö­gen darf grund­sätz­lich auch wie­der an die Ge­sell­schaf­ter zu­rück­flie­ßen. Weil es kaum Ka­pi­tal­schutz­vor­schrif­ten gibt, haf­ten die Ge­sell­schaf­ter für die Ver­bind­lich­kei­ten der Ge­sell­schaft grund­sätz­lich per­sön­lich und un­be­schränkt mit ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen (für die OHG § 126 HGB, für die GbR § 721 BGB).

Eine Aus­nahme gilt für den Kom­man­di­tisten ei­ner KG. Er haf­tet den Gläu­bi­gern der Ge­sell­schaft nur bis zur Höhe sei­ner Haft­summe. Das ist der Be­trag, der im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist. Die Haf­tung ist aus­ge­schlos­sen, so­weit er die ver­ein­barte Ein­lage ge­leis­tet hat (§ 171 Abs. 1 HGB). Wird ihm die Ein­lage zu­rück­ge­zahlt, lebt seine Haf­tung in­so­weit wie­der auf (§ 172 Abs. 4 HGB).

Ach­ten Sie bei äl­te­rer Li­te­ra­tur auf die Re­form durch das Ge­setz zur Mo­der­ni­sie­rung des Per­so­nen­ge­sell­schaftsrechts (Mo­PeG), in Kraft seit dem 1.1.2024. Die per­sön­li­che Haf­tung der OHG-Ge­sell­schaf­ter steht seit­dem in § 126 HGB, nicht mehr in § 128 HGB. § 128 HGB re­gelt heute die Ein­wen­dun­gen und Ein­re­den des in An­spruch ge­nom­me­nen Ge­sell­schaf­ters.

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