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3. Ka­pi­tel: Was ist eine BGB-Ge­sell­schaft?

D. Wem ge­hört das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen der GbR?

Die GbR ist grund­sätz­lich selbst Trä­ge­rin ih­res Ge­sell­schafts­ver­mö­gens. Es um­fasst die ein­ge­brach­ten und er­wor­be­nen Ge­gen­stände und For­de­run­gen (bzw. die An­sprü­che auf Bei­trags­leis­tung). Dar­über hin­aus ge­hö­ren auch als Er­satz er­hal­tene Ge­gen­stände oder An­sprü­che zum Ver­mö­gen (Sur­ro­ga­ti­on, § 718 Abs. 2 BGB).

An­ders als bei ju­ris­ti­schen Per­sonen wie Ver­ein, AG und GmbH ist das Ver­mö­gen aber auch den Ge­sell­schaf­tern zu­ge­ord­net, weil sie für alle Schul­den der Ge­sell­schaft ak­zes­so­risch haf­ten (ana­log § 128 HGB bzw. aus all­ge­mei­nem Rechts­ge­dan­ken). Die Haf­tungs­masse geht also zu­guns­ten der Gläu­bi­ger der Ge­sell­schaft über das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen hin­aus, da die­sen auch das Pri­vat­ver­mö­gen der Ge­sell­schaf­ter zur Be­frie­di­gung of­fen steht.

Gläu­bi­ger G der X-GbR hat einen An­spruch auf Zah­lung von 30.000 € ge­gen die GbR. Das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen der X-GbR be­trägt aber nur 17.000 €. Die rest­li­chen 13.000 € kann G von den Ge­sell­schaf­tern der X-GbR ver­lan­gen, weil diese auch mit ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen haf­ten.

Das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen steht aber trotz­dem nicht im Pri­vat­ver­mö­gen der Ge­sell­schaf­ter. Das Ge­setz spricht in­so­weit von ei­ner "ge­samt­hän­de­ri­schen Bin­dung" (amt­li­che Über­schrift zu § 719 BGB). Die Ge­sell­schaf­ter kön­nen da­her nicht über ein­zelne Ge­gen­stände des Ge­sell­schafts­ver­mö­gens ver­fü­gen und auch nicht über ih­ren An­teil am Ge­sell­schafts­ver­mö­gen ins­ge­samt (§ 719 Abs. 1 BGB). Hier­durch un­ter­schei­det sich die Ge­sell­schaft von der Bruch­teils­ge­mein­schaft, § 747 BGB.

Eine GbR muss je­doch nicht zwangs­weise ein Ge­sell­schafts­ver­mö­gen ha­ben; dies ist etwa bei In­nen­ge­sell­schaften der Fall. Dann fin­den §§ 718, 719 BGB keine An­wen­dung!

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