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II. Was be­deu­tet der "Grund­satz der Ka­pi­taler­hal­tung"?

1. Wie wird die Ka­pi­taler­hal­tung im GmbHG ge­re­gelt?

Das Stamm­ka­pi­tal ist eine Re­chen­grö­ße, d.h. we­nigs­tens zum Zeit­punkt der Ein­tra­gung ins Han­dels­re­gis­ter muss Ge­sell­schafts­ver­mö­gen in die­ser Höhe (der wirt­schaft­li­che Wert) vor­han­den sein. Im wei­te­ren Le­ben der GmbH ist dann dar­auf zu ach­ten, dass min­des­tens der Stamm­ka­pi­talbe­trag vom Ge­sell­schafts­ver­mö­gen ge­deckt ist, § 43 Abs. 3 GmbHG.

Das GmbH-Ge­setz re­gelt den Ka­pi­taler­hal­tungsgrund­satz in den §§ 30, 31 GmbHG:

  • Ge­mäß § 30 Abs. 1 GmbHG ist die Aus­zah­lung des zur Er­hal­tung er­for­der­li­chen Ver­mö­gens an die Ge­sell­schaf­ter ver­bo­ten.

  • Be­reits ge­währte Aus­zah­lun­gen sind dann nach § 31 GmbHG zu­rück­zu­ge­wäh­ren.

Die Vor­aus­set­zun­gen von § 30 Abs. 1 GmbHG sind da­her:

  • Zu­wen­dung an einen Ge­sell­schaf­ter auf­grund des Mit­glied­schafts­ver­hält­nis­ses (also kein Dritt­ge­schäft). Er­fasst sind auch Ab­fin­dungen, § 34 Abs. 3 GmbHG und Aus­schüt­tun­gen an Dritte auf Ver­an­las­sung des Ge­sell­schaf­ters.

  • Ver­rin­ge­rung des Ge­sell­schafts­ver­mö­gens (also kein blo­ßer Ak­tiv­tausch ei­ner Leis­tung ge­gen eine Ge­gen­leis­tung des Ge­sell­schaf­ters)

  • Her­bei­füh­rung bzw. Ver­tie­fung ei­ner Un­ter­bi­lanz (d.h. Ak­tiva der Ge­sell­schaft sind nach Ver­fü­gung ge­rin­ger als Stamm­ka­pi­talzif­fer)

An­spruch aus §§ 30, 31 GmbHG

  1. Zu­wen­dung an Ge­sell­schaf­ter
  2. Ver­rin­ge­rung des Ge­sell­schafts­ver­mö­gens
  3. Un­ter­bi­lanz,

Für ent­ge­gen dem Ver­bot rück­ge­zahlte An­teile haf­ten nach § 31 GmbHG auch die üb­ri­gen Ge­sell­schaf­ter (sog. Aus­fall­haf­tung). Dies ent­spricht der Re­ge­lung des § 24 GmbHG bei der Ka­pi­tal­auf­brin­gung.

Auf­grund ei­nes zwi­schen der GmbH und ei­nem Ge­sell­schaf­ter be­ste­hen­den Werk­ver­trags er­stellt die Ge­sell­schaft für den Ge­sell­schaf­ter zu ei­nem un­an­ge­mes­se­nen nied­ri­gen Preis ein Bau­werk. Zah­lun­gen flie­ßen hier nicht von der GmbH an den Ge­sell­schaf­ter, son­dern um­ge­kehrt - als "Wer­k­lohn" aus­ge­wie­sen - vom Ge­sell­schaf­ter an die GmbH.

Den­noch liegt hier eine Aus­zah­lung i.S.d. § 30 Abs. 1 S. 1 GmbHG vor, die durch das Ver­kehrs­ge­schäft nur ver­schlei­ert wird. Führt diese Aus­zah­lung eine Un­ter­bi­lanz her­bei oder ver­schärft sie eine be­reits be­ste­hende Un­ter­bi­lanz, so ist § 30 Abs. 1 S. 1 GmbHG an­wend­bar.

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