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A. Was ist ei­gent­lich Ge­sell­schafts­recht?

III. Warum sollte man Ge­sell­schafts­recht ler­nen?

Fälle zur Ge­sell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) und, im Über­blick, zur of­fe­nen Han­dels­ge­sell­schaft (OHG) und zur Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG) kom­men in Bay­ern re­gel­mä­ßig vor. Das gilt für die Erste und für die Zweite Ju­ris­ti­sche Staats­prü­fung. Oft bil­den sie so­gar den Schwer­punkt ei­ner Klau­sur. Diese drei Ge­sell­schafts­for­men sind Per­so­nen­ge­sell­schaften. Bei ih­nen ste­hen die ein­zel­nen Ge­sell­schaf­ter im Vor­der­grund. Zu­min­dest ein Teil von ih­nen haf­tet per­sön­lich für die Schul­den der Ge­sell­schaft.

Das Per­so­nen­ge­sell­schaftsrecht ist zu­dem neu: Das Ge­setz zur Mo­der­ni­sie­rung des Per­so­nen­ge­sell­schaftsrechts (Mo­PeG) hat es mit Wir­kung zum 1.1.2024 grund­le­gend re­for­miert. Seit­dem re­gelt das Ge­setz aus­drück­lich, dass eine GbR rechts­fä­hig sein kann (§ 705 Abs. 2 BGB). Rechts­fä­hig heißt: Die Ge­sell­schaft kann selbst Rechte er­wer­ben und Ver­bind­lich­kei­ten ein­ge­hen. Au­ßer­dem kann sich die GbR in das neue Ge­sell­schafts­re­gis­ter ein­tra­gen las­sen (§ 707 BGB). Ge­rade neue Re­ge­lun­gen eig­nen sich gut für Prü­fungs­auf­ga­ben. Ar­bei­ten Sie des­halb stets mit der ak­tu­el­len Ge­set­zes­fas­sung. Äl­tere Lehr­bü­cher und Ent­schei­dun­gen be­zie­hen sich oft noch auf das alte Recht. Sie kön­nen sie nur ein­ge­schränkt ver­wen­den.

„Mut zur Lücke“ ist beim Per­so­nen­ge­sell­schaftsrecht also nicht an­ge­bracht!

Bei den Ka­pi­tal­ge­sell­schaften steht nicht die Per­son des Ge­sell­schaf­ters im Vor­der­grund, son­dern seine Ka­pi­tal­be­tei­li­gung. Den Gläu­bi­gern haf­tet grund­sätz­lich nur das Ver­mö­gen der Ge­sell­schaft. Von den Ka­pi­tal­ge­sell­schaften müs­sen Sie für die staat­li­chen Prü­fun­gen nur die GmbH und die UG (haf­tungs­be­schränkt) ken­nen, und zwar nur „im Über­blick“.

  • Die Un­ter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt) ist keine ei­gene Rechts­form. Sie ist eine Va­ri­ante der GmbH (§ 5a GmbHG). Sie darf mit ei­nem ge­rin­ge­ren Stamm­ka­pi­tal als eine nor­male GmbH ge­grün­det wer­den, theo­re­tisch schon mit ei­nem Eu­ro. Da­für muss sie einen Teil ih­rer Ge­winne zu­rück­le­gen, bis sie das re­gu­läre Min­dest­stamm­ka­pi­tal er­reicht hat. Nä­he­res er­fah­ren Sie im Ka­pi­tel zur GmbH.
  • „Im Über­blick“ be­deu­tet: Sie soll­ten die ge­setz­li­chen Grund­struk­tu­ren ken­nen, etwa Grün­dung, Or­gane und Haf­tung. Ver­tiefte Kennt­nisse der Recht­spre­chung und Li­te­ra­tur wer­den nicht er­war­tet. Fra­gen zur GmbH und zur UG kom­men in Klau­su­ren oh­ne­hin eher sel­ten vor.

Zum Pflicht­fach­stoff ge­hört au­ßer­dem das Ver­einsrecht (§§ 21 ff. BGB). Es ist Teil des All­ge­mei­nen Teils des BGB. An­ders als bei der GmbH ge­nü­gen hier keine Kennt­nisse „im Über­blick“. Wie bei der GbR müs­sen Sie das Ver­einsrecht um­fas­send be­herr­schen.

Nicht Ge­gen­stand der staat­li­chen Pflicht­fach­prü­fung sind da­ge­gen:

  • die Ak­ti­en­ge­sell­schaft (AG),
  • die Eu­ro­päi­sche Ge­sell­schaft (So­cie­tas Eu­ro­paea, SE),
  • die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft,
  • die stille Ge­sell­schaft,
  • die Eu­ro­päi­sche wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen­ver­ei­ni­gung (EWIV),
  • die Kom­man­dit­ge­sell­schaft auf Ak­tien (KGaA),
  • das Um­wand­lungs­recht (Ver­schmel­zung, Spal­tung und Form­wech­sel von Rechts­trä­gern) und
  • das Kon­zernrecht (Recht der ver­bun­de­nen Un­ter­neh­men).

Diese Ge­biete kön­nen Sie aber im uni­ver­si­tären Schwer­punkt­be­reich ver­tie­fen. An der Uni­ver­si­tät Passau kommt da­für ein Schwer­punkt­be­reich mit wirt­schafts­recht­li­chem Pro­fil in Be­tracht. Wel­che Schwer­punkt­be­rei­che an­ge­bo­ten wer­den und wel­che In­halte sie um­fas­sen, ent­neh­men Sie der Stu­di­en- und Prü­fungs­ord­nung der Ju­ris­ti­schen Fa­kul­tät.

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