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II. In­wie­weit wird das Schuld­recht durch das HGB mo­di­fi­ziert?

4. Wel­che Be­son­der­hei­ten gel­ten für das Ent­gelt?

  • Wenn ein Kauf­mann auf­grund wirk­sa­men Ver­tra­ges zur Er­brin­gung von Diens­ten oder Ge­schäfts­be­sor­gun­gen (nicht aber nur zu ei­ner Ge­brauchs­über­las­sung oder Ei­gen­tums­ver­schaf­fung!) ver­pflich­tet ist, er­hält er da­für auch ohne ent­spre­chende Ver­ein­ba­rung eine orts­üb­li­che Ver­gü­tung (§ 354 Abs. 1 HGB). Dies gilt ent­spre­chend für klein­ge­werb­li­che Kom­mis­sio­näre, Fracht­füh­rer, Spe­di­teure und La­ger­hal­ter. Die Re­ge­lung äh­nelt § 612 BGB (für den Dienst­ver­trag), § 632 BGB (für den Werk­ver­trag) und § 689 BGB (für den Ver­wah­rungs­ver­trag).

  • Der ge­setz­li­che Zins­satz be­trägt bei bei­der­sei­ti­gen Han­dels­ge­schäf­ten nicht wie nach § 246 BGB 4%, son­dern nach § 352 Abs. 1 S. 1 HGB 5% (al­ler­dings ohne Be­rück­sich­ti­gung des Ba­sis­zins­sat­zes).

  • Eine Geld­for­de­rung wird be­reits ab Fäl­lig­keit (§ 271 BGB: grund­sätz­lich so­fort) und nicht erst im Ver­zug (§ 288 Abs. 1 BGB: grund­sätz­lich ab Mah­nung) mit dem ge­setz­li­chen Zins­satz ver­zinst (§ 353 HGB). Eine ähn­li­che Re­ge­lung gibt es im BGB nur im Werk­ver­trags­recht (§ 641 Abs. 4 BGB) und für Auf­wen­dungs­er­satz­an­sprü­che (§ 256 S. 1 BGB). Ab Ver­zug­s­ein­tritt greift aber der hö­here Zins­satz nach § 288 Abs. 2 BGB (9%-Punkte über dem Ba­sis­zins­satz pro Jahr), so dass sich eine Mah­nung wei­ter­hin lohnt.

  • Dar­le­hen, Vor­schüs­se, Aus­la­gen, etc. sind ab dem Tag der Leis­tung zu ver­zin­sen (§ 354 Abs. 2 HGB).
  • Selbst wenn der Schuld­ner dies aus­drück­lich ver­ein­bart, hat ein ver­trag­li­ches Ab­tre­tungs­ver­bot ent­ge­gen § 399 BGB in ei­nem bei­der­sei­ti­gen Han­dels­ge­schäft keine Wir­kung (§ 354a Abs. 1 HGB). Al­ler­dings gilt dies nicht zu­guns­ten von Kre­dit­in­sti­tu­ten (§ 354a Abs. 2 HGB). Der Schuld­ner wird im Falle ei­ner Ab­tre­tung da­durch ge­schützt, dass er auch in Kennt­nis der Ab­tre­tung an sei­nen frü­he­ren Gläu­bi­ger leis­ten darf (§ 354a Abs. 1 S. 2 HGB weicht in­so­weit von § 407 BGB ab); ebenso darf er mit ei­ner spä­ter er­wor­be­nen For­de­rung ge­gen den al­ten Gläu­bi­ger auf­rech­nen (auch § 406 BGB fin­det in­so­weit keine An­wen­dung).

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