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c. Wie ist die Rechts­po­si­tion des Dritten aus­ge­stal­tet?

Wel­che Rechte hat der Dritte bei Schlecht­leis­tung?

Grund­sätz­lich rich­tet sich die Fra­ge, ob eine Leis­tung "wie ge­schul­det" (§ 281 Abs. 1 S. 1 BGB) bzw. "ver­trags­ge­mäß" (§ 323 Abs. 1 BGB) ist, nach der Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Ver­spre­chen­den und dem Ver­spre­chens­emp­fän­ger. Diese kön­nen den Ver­tragsin­halt än­dern. Der Dritte muss die Leis­tung hin­ge­gen grund­sätz­lich so hin­neh­men, wie sie ver­ein­bart wur­de. Ent­spricht die Leis­tung die­sen An­for­de­run­gen nicht, ist zu dif­fe­ren­zie­ren:

  • In je­dem Fall hat der Dritte in ei­nem ech­ten Ver­trag zu­guns­ten Drit­ter (§ 328 BGB) bei man­gel­haf­ter Leis­tung An­spruch auf Nach­lie­fe­rung oder Nach­bes­se­rung (z.B. nach § 439 BGB, § 635 BGB, § 535 Abs. 1 S. 2 BGB), denn er soll ja ge­rade einen An­spruch auf die (ver­trags­ge­mä­ße) Leis­tung ha­ben.
  • Der Dritte kann vom Ver­spre­chen­den (Schuld­ner) Scha­denser­satz ne­ben der Leis­tung (§ 280 Abs. 1 BGB) we­gen Ver­let­zung von Schutz­pflich­ten, Leis­tungspflich­ten oder Ver­zö­ge­rung (§ 280 Abs. 2 BGB) ver­lan­gen. Dies gilt so­gar beim un­ech­ten Ver­trag zu­guns­ten Drit­ter.
  • Scha­denser­satz statt der Leis­tung (§ 280 Abs. 3 BGB) kann er nur beim ech­ten Ver­trag zu­guns­ten Drit­ter im Sinne von § 328 BGB ver­lan­gen, da er nur dann ein ei­ge­nes For­de­rungsrecht hat. Zu­dem ist der Scha­denser­satz in die­sem Fall stets nach der Sur­ro­ga­ti­ons­me­thode zu be­rech­nen, da der Dritte keine Ge­gen­leis­tung er­brin­gen muss (und das Ver­hält­nis zwi­schen dem Ver­spre­chen­den und dem Ver­spre­chens­emp­fän­ger nicht um­ge­stal­ten kann). Das be­deu­tet: Der Ver­spre­chende muss Scha­denser­satz statt der Leis­tung an den Dritten nur Zug-um-Zug ge­gen Er­brin­gung der vom Ver­spre­chens­emp­fän­ger ver­ein­bar­ten Ge­gen­leis­tung er­brin­gen.

Auf­grund ei­nes Schen­kungs­ver­spre­chens (§ 516, 518 BGB) zwi­schen G und sei­ner er­wach­se­nen Toch­ter D schließt G mit sei­nem Nach­barn S einen Kauf­ver­trag (§§ 433, 328 BGB) über des­sen Ge­braucht­wa­gen zu­guns­ten der D. D ist wäh­rend der Ver­hand­lun­gen an­we­send und soll nach der Ab­rede zwi­schen G und S un­mit­tel­bar Rechte ein­kla­gen kön­nen. Einen Tag vor der ge­plan­ten Über­gabe und Über­eig­nung (§ 929 S. 1 BGB) des Au­tos an die D setzt S seine Ga­rage fahr­läs­sig in Brand und das Auto wird ir­re­pa­ra­bel zer­stört. D kann nun auf­grund der Un­mög­lich­keit (§ 275 Abs. 1 BGB) der Er­fül­lung den S auf Scha­denser­satz statt der Leis­tung ge­mäß §§ 280 Abs. 1, Abs. 3, 283 BGB in An­spruch neh­men. S kann diese Zah­lung je­doch nicht mit ei­nem et­wai­gen Ge­gen­an­spruch ver­rech­nen, da D ge­gen­über S keine Leis­tungspflich­ten hat. Al­ler­dings kann S die Zah­lung so lange ver­wei­gern, wie Ds Va­ter G den Kauf­preis nicht zahlt.

  • Um­strit­ten ist schließ­lich, ob dem Dritten ein Rück­trittsrecht für den Ver­trag zwi­schen Ver­spre­chens­emp­fän­ger (Gläu­bi­ger) und Ver­spre­chen­dem (Schuld­ner) zu­kommt. Im obi­gen Bei­spiel wäre das D, wel­che das Schuld­ver­hält­nis zwi­schen S und G durch Rück­trittser­klä­rung (§ 349 BGB) in ein Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis ver­wan­deln könn­te.

Da­ge­gen spricht, dass

  • weil der Dritte den zu­grun­de­lie­gen­den Ver­trag nicht ge­schlos­sen hat, er ihn grund­sätz­lich nicht ohne den Ver­spre­chens­emp­fän­ger än­dern darf.
  • Selbst­ver­ständ­lich kann in­so­weit aber et­was an­de­res ver­ein­bart wer­den. Sollte dem Drit­ten ein un­ent­zieh­ba­res Recht ein­ge­räumt wer­den, be­darf ein Rück­tritt je­den­falls sei­ner Zu­stim­mung.

Teil­weise wird dem aber ent­ge­gen­ge­hal­ten, dass

  • der­je­ni­ge, der einen ech­ten Ver­trag zu­guns­ten Drit­ter ab­schließt, ge­rade dem Drit­ten die voll­stän­dige Ent­schei­dungs­be­fug­nis be­züg­lich der Leis­tung ein­räu­men will. Das Rück­tritts­recht sei un­trenn­bar mit dem An­spruch auf die Leis­tung ver­bun­den. Wer also die Leis­tung for­dern kön­ne, müsse auch zu­rück­tre­ten kön­nen.
  • Eine et­waige Ge­gen­leis­tung des Ver­spre­chen­den sei dann aber na­tür­lich an den Ver­spre­chens­emp­fän­ger zu­rück­zu­ge­wäh­ren.
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