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A. Wel­che be­son­de­ren Kon­stel­la­tio­nen der Stell­ver­tre­tung gibt es?

II. Was sind Ge­samt- und Mehr­heits­ver­tre­tung?

Eine Per­son kann nicht nur einen, son­dern auch meh­rere Ver­tre­ter be­nen­nen. Da­bei sind ver­schie­dene Ge­stal­tun­gen zu­läs­sig:

  • Bei der Ein­zel­ver­tre­tung (auch Al­lein­ver­tre­tung oder So­li­dar­ver­tre­tung) kann je­der Ver­tre­ter un­ab­hän­gig von den an­de­ren den Ver­tre­te­nen be­rech­ti­gen und ver­pflich­ten. Dies ist für die Pro­zess­voll­macht (§ 84 ZPO) und die Pas­siv­ver­tre­tung (§ 26 Abs. 2 S. 2 BGB, § 1629 Abs. 1 S. 2 BGB, § 125 Abs. 2 S. 3 HGB, § 35 Abs. 2 S. 2 GmbHG) zwin­gend. Für die Ver­tre­tung ei­ner Of­fe­nen Han­dels­ge­sell­schaft (§ 125 Abs. 1 HGB) und ei­ner Kom­man­dit­ge­sell­schaft (§ 161 HGB) ist Ein­zel­ver­tre­tung der Re­gel­fall.
  • Bei der Ge­samt­ver­tre­tung (auch Kol­lek­tiv­ver­tre­tung) müs­sen alle oder meh­rere Ver­tre­ter zu­sam­men für den Ver­tre­te­nen auf­tre­ten, um ihn zu ver­pflich­ten. Dies ist der Re­gel­fall in AG (§ 78 Abs. 2 S. 1 AktG), GmbH (§ 35 Abs. 2 S. 1 GmbHG) und GbR (§ 709 BGB iVm § 714 BGB). Auch die El­tern müs­sen ihr Kind grund­sätz­lich ge­mein­sam ver­tre­ten (§ 1629 Abs. 1 S. 2 BGB).
  • Im Ver­ein gibt es die ge­setz­li­che, je­doch ab­ding­bare "Mehr­heits­ver­tre­tung" durch die Vor­stands­mit­glie­der (§ 26 Abs. 2 S. 1 BGB). Es han­delt sich um eine be­son­dere Form der Ge­samt­ver­tre­tung, bei der die Zahl der not­wen­di­gen Ver­tre­ter sich aus der Ge­samt­größe des Vor­stands be­rech­net.
  • Erst im Han­dels- und Ge­sell­schafts­recht be­han­deln wir die sog. "ge­mischte Ge­samt­ver­tre­tung" bzw. "un­echte Ge­samt­ver­tre­tung". Da­bei han­delt ein ge­setz­li­cher Ver­tre­ter bzw. ein Or­gan zu­sam­men mit ei­nem Be­voll­mäch­tig­ten (z.B. ein Ge­schäfts­füh­rer mit ei­nem Pro­ku­ris­ten).
  • Be­voll­mäch­tigt eine Per­son meh­rere Ver­tre­ter, müs­sen Sie durch Aus­le­gung nach § 133 BGB, § 157 BGB ent­schei­den, ob Ge­samt- oder Ein­zel­ver­tre­tungs­macht im obi­gen Sinne ein­ge­räumt wur­de. Das BGB hilft Ih­nen hier lei­der nicht.
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