Universität Passau Universität Passau Lernplattform JuraLehreinheiten
Seite von · 2 Min. · noch 9 Min. im Kapitel
Willkommen! Sie lesen als Gast. Melden Sie sich an, damit wir Ihren Lesestand speichern und Sie Lesezeichen setzen, Seiten bewerten und Anmerkungen schreiben können.

C. Wie wer­den die Gläu­bi­ger ei­ner GmbH & Co KG ge­schützt?

II. Gel­ten Be­son­der­hei­ten für die Ka­pi­taler­hal­tung?

So­wohl das GmbH-Recht (§ 30 GmbH, § 31 GmbHG), als auch das KG-Recht (§ 172 HGB) tref­fen Re­ge­lun­gen für den Fall ei­ner Rück­ge­währ von Ein­la­gen:

  • Das GmbHG ver­bie­tet eine Rück­zah­lung des "zur Er­hal­tung des Stamm­ka­pi­tals er­for­der­li­chen Ver­mö­gens an die Ge­sell­schaf­ter" (§ 30 GmbHG). Wird ge­gen die­ses Ver­bot der Aus­zah­lung aus dem GmbH-Ver­mö­gen an die GmbH-Ge­sell­schaf­ter ver­sto­ßen, so muss der Ge­sell­schaf­ter das Stamm­ka­pi­tal wie­der auf­fül­len. Es be­steht also eine un­be­schränkte In­nen­haf­tung. Dar­über hin­aus haf­ten die an­de­ren Ge­sell­schaft nach § 31 Abs. 3 GmbHG. Eine An­wen­dung des § 172 Abs. 4 HGB (Au­ßen­haf­tung) kommt in­so­weit nicht in Be­tracht, da das Ver­mö­gen der KG nicht be­trof­fen ist.

  • Im KG-Recht ist eine Rück­zah­lung aus dem KG-Ver­mö­gen an die Kom­man­di­tisten hin­ge­gen grund­sätz­lich er­laubt. Der Kom­man­di­tist haf­tet dann je­doch den Gläu­bi­gern in Höhe sei­ner ver­spro­che­nen Haf­tein­lage (§ 172 Abs. 4 HGB), es be­steht also eine be­schränkte Au­ßen­haf­tung. Eine An­wen­dung von § 30 GmbHG käme da­bei ei­gent­lich grund­sätz­lich (!) nicht in Be­tracht, da die Zah­lung nicht aus dem Ver­mö­gen der GmbH er­folgt.

Durch die un­be­schränkte Haf­tung der GmbH für alle Ver­bind­lich­kei­ten der Kom­man­dit­ge­sell­schaft (§ 161 Abs. 2 HGB iVm § 128 S. 1 HGB) ha­ben Aus­zah­lun­gen an die Kom­man­di­tisten je­doch auch Fol­gen für das Ver­mö­gen der GmbH. Da­her ist es denk­bar, dass durch die Aus­zah­lung an einen Kom­man­di­tisten aus dem KG-Ver­mö­gen auch das Ver­mö­gen der GmbH un­ter die zur Er­hal­tung des Stamm­ka­pi­tal er­for­der­li­che Summe sinkt:

  • Un­pro­ble­ma­tisch ist es, wenn der Zah­lungs­emp­fän­ger gleich­zei­tig Ge­sell­schaf­ter der GmbH war. Dann grei­fen § 30 GmbH, § 31 GmbHG un­ein­ge­schränkt ein. Der An­spruch auf Rück­zah­lung ge­gen den Ge­sell­schaf­ter aus § 31 GmbHG steht da­bei al­ler­dings nach der Recht­spre­chung der KG (und nicht der GmbH) zu, da auch de­ren Ver­mö­gen be­trof­fen ist.

  • Pro­bleme be­rei­tet da­ge­gen der Fall, dass der Zah­lungs­emp­fän­ger aus­schließ­lich Kom­man­di­tist der KG ist. Der BGH hat in die­sem Fall trotz­dem § 30 GmbHG, § 31 GmbHG an­ge­wandt, da nur so eine ef­fek­tive Ka­pi­taler­hal­tung und da­mit mit­tel­bar ein Gläu­bi­ger­schutz er­reicht wer­den kann. Me­tho­disch han­delt es sich um eine Ana­lo­gie, wo­bei die plan­wid­rige Re­ge­lungs­lücke aus der ur­sprüng­lich nicht be­kann­ten en­gen Ver­knüp­fung zweier Ge­sell­schaf­ten in der GmbH & Co KG her­ge­lei­tet wird.

Sie haben diese Seite  besucht (zuletzt ).

Fragen oder Anregungen zu dieser Seite? Nach der Anmeldung können Sie Anmerkungen schreiben und die Seite bewerten.


Gesellschaftsrecht lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International.