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1. Wel­chen Um­fang hat die Haf­tung?

Fall: Die Mö­bel-OHG

Sach­ver­halt: A, B und C sind Ge­sell­schaf­ter der Mö­bel-OHG, wel­che sich auf den Ein­bau von Ein­bau­schrän­ken spe­zia­li­siert hat. D be­auf­tragt die OHG mit dem Ein­bau ei­nes Schran­kes für sein Schlaf­zim­mer. Nach dem Ein­bau muss er al­ler­dings fest­stel­len, dass sich die Schrau­ben, mit de­nen die Re­gal­bret­ter be­fes­tigt sind, aus dem Holz lö­sen. D ver­langt die Be­sei­ti­gung des Man­gels. Die OHG wei­gert sich. Dar­auf­hin ver­klagt D die OHG. Als er durch einen Be­kann­ten von der dro­hen­den Zah­lungs­un­fä­hig­keit der OHG er­fährt, er­wei­tert er die Klage und ver­langt Nach­er­fül­lung auch von C. Die­ser ist al­ler­dings nicht zur Ge­schäfts­füh­rung und Ver­tre­tung der Ge­sell­schaft be­fugt. Er macht gel­tend zu ei­ner Nach­er­fül­lung nicht in der Lage zu sein, da er als Bank­kauf­mann be­rufs­tä­tig sei und mit der Mö­bel­her­stel­lung nichts zu tun ha­be.

Die Klage des D ge­gen die OHG auf Nach­er­fül­lung ist gem. § 124 HGB i.V.m. §§ 634 Nr. 1, 635 Abs. 1 BGB be­grün­det.

Ist auch die Klage des D ge­gen C als Ge­sell­schaf­ter (s. § 128 S. 1 HGB) per­sön­lich auf Nach­er­fül­lung (s.o.) be­grün­det?

I. Haf­tungs­theo­rie

Nach der Haf­tungs­theo­rie ist die Klage des D ge­gen C auf Nach­er­fül­lung nicht be­grün­det, da die­ser nicht zur Er­fül­lung in Na­tur ver­pflich­tet ist, son­dern nur auf das In­ter­esse in Geld haf­tet.

D könnte von C nach die­ser Theo­rie al­len­falls Scha­denser­satz statt der Leis­tung nach § 280 Abs. 1, Abs. 3 BGB iVm § 281 Abs. 1 S. 1 BGB ver­lan­gen.

II. Er­fül­lungs­theo­rie

Nach der Er­fül­lungs­theo­rie schul­det der Ge­sell­schaf­ter das­selbe wie die Ge­sell­schaft, so­weit ihm die Er­brin­gung der Leis­tung mög­lich ist.

Hier ist eine Er­fül­lung für den Schuld­ner C nicht un­mög­lich (§ 275 Abs. 1 BGB): Selbst wenn C als Bank­kauf­mann nicht per­sön­lich in der Lage ist, den Schrank zu re­pa­rie­ren, könnte er zu­min­dest je­man­den (als Er­fül­lungs­ge­hil­fen im Sinne von § 278 S. 1 BGB) mit der Re­pa­ra­tur be­auf­tra­gen. D als Gläu­bi­ger kann da­her dem Ge­sell­schaf­ter eine Frist zur Vor­nahme der Re­pa­ra­tur set­zen und bei ver­geb­li­chem Ab­lauf der Frist ggf. gem. § 281 Abs. 1 BGB Scha­denser­satz statt der Leis­tung gel­tend ma­chen; er kann aber auch auf Er­fül­lung in Na­tur kla­gen und dies ggf. nach § 887 ZPO im Wege der Zwangs­voll­stre­ckung durch­set­zen.

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