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1. Haf­ten die Ge­sell­schaf­ter auch für An­sprü­che aus ge­setz­li­chen Schuld­ver­hält­nis­sen?

Haf­ten die Ge­sell­schaf­ter für An­sprü­che aus De­likt?

Wird ein Drit­ter durch einen Ge­sell­schaf­ter ge­schä­digt, be­sitzt er je­den­falls einen An­spruch ge­gen den Schä­di­ger selbst (§§ 823 ff. BGB) und ge­gen die Ge­sell­schaft (§ 831 BGB, § 31 BGB).

Bei strik­ter An­wen­dung der Ak­zes­so­rie­täts­lehre müss­ten alle Ge­sell­schaf­ter ana­log § 128 HGB auch für de­lik­tisch be­grün­dete Ver­bind­lich­keit der Ge­sell­schaft haf­ten. Hier­ge­gen wird ein­ge­wen­det, dass die Vor­aus­set­zung ei­ner Re­ge­lungs­lücke für die ana­loge An­wen­dung des § 128 HGB nicht ge­ge­ben sind und da­her die Ge­sell­schaf­ter nicht für de­lik­ti­sche An­sprü­che haf­ten. Die Lücke der pri­va­ten Haf­tung der Ge­sell­schaf­ter war erst durch die An­er­ken­nung der Rechts­sub­jekt­qua­li­tät der Ge­sell­schaft ent­stan­den, da dann die Ge­sell­schaf­ter nicht mehr di­rekt nach § 714 BGB ver­pflich­tet wur­den. Al­ler­dings ver­pflich­tet § 714 BGB un­ab­hän­gig von der Rechts­sub­jekt­qua­li­tät der Ge­sell­schaft die Ge­sell­schaf­ter nicht bei de­lik­ti­schen An­sprü­chen, so­dass nach ei­ner An­sicht durch die An­er­ken­nung der GbR als Rechts­sub­jekt keine Re­ge­lungs­lücke ent­stan­den ist.

Hier­ge­gen kann ein­ge­wen­det wer­den, dass die Ak­zes­so­rie­tät der Ge­sell­schaf­ter­haf­tung ge­rade den Grund­satz der pri­va­ten Haf­tung für jede un­ter­neh­me­ri­sche Tä­tig­keit durch­set­zen möchte und von die­ser da­her auch de­lik­ti­sche An­sprü­che er­fasst wer­den müs­sen. Fer­ner wirke die Be­grün­dung ei­ner ak­zes­so­ri­schen Haf­tung der Ge­sell­schaf­ter auch in­so­weit ver­hal­tens­steu­ernd, wie die Ge­sell­schaf­ter Ein­wir­kungs­mög­lich­kei­ten auf die Tä­tig­keit der Or­gane be­sitzt und auf diese Weise ri­si­ko­ver­rin­gernd tä­tig wer­den kön­nen.

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