Universität Passau Universität Passau Lernplattform JuraLehreinheiten
Seite von · 1 Min. · noch 237 Min. im Kapitel
Willkommen! Sie lesen als Gast. Melden Sie sich an, damit wir Ihren Lesestand speichern und Sie Lesezeichen setzen, Seiten bewerten und Anmerkungen schreiben können.

I. Was fällt un­ter den not­wen­di­gen Sat­zungsin­halt?

2. Wie de­fi­niert sich der "Un­ter­neh­mens­ge­gen­stand"?

Nach § 1 GmbHG kön­nen GmbH oder UG (haf­tungs­be­schränkt) zur Ver­fol­gung ei­nes be­lie­bi­gen Ge­sell­schafts­zwecks ge­grün­det wer­den. Ob­wohl sie kraft Ge­set­zes Han­dels­ge­sell­schaften sind, müs­sen sie also nicht auf den Be­trieb ei­nes kauf­män­ni­schen Ge­werbes ge­rich­tet sein. Ein un­zu­läs­si­ger Ge­sell­schafts­zweck liegt nur bei ge­setz­li­chen Ver­bo­ten (§ 134 BGB) oder bei Sit­ten­wid­rig­keit (§ 138 BGB) vor.

Als in der Sat­zung zu nen­nen­den "Un­ter­neh­mens­ge­gen­stand" be­zeich­net man dem­ge­gen­über den Be­reich und die Art der Be­tä­ti­gung der Ge­sell­schaft (z.B. Ent­wick­lung und Ver­trieb von Soft­wa­re), mit­tels de­rer die­ser Ge­sell­schafts­zweck (z.B. Ge­winn­er­zie­lung) er­reicht wer­den soll. Der kon­krete Tä­tig­keits­be­reich ist mög­lichst ex­akt und in­di­vi­du­ell an­zu­ge­ben (ent­spre­chend § 23 Abs. 3 Nr. 2 AktG), da­mit sich die am Wirt­schafts­le­ben be­tei­lig­ten Ver­kehrs­kreise ein hin­rei­chen­des Bild vom Tä­tig­keits­schwer­punkt der GmbH ma­chen kön­nen.

Die An­gabe des Un­ter­neh­mens­ge­gen­stan­des dient im We­sent­li­chen zwei Auf­ga­ben:

  • Ei­ner­seits dient er der In­for­ma­tion von po­ten­ti­el­len Ge­schäfts­part­nern und In­ves­to­ren über die Ak­ti­vi­tä­ten der Ge­sell­schaft.

  • An­de­rer­seits be­stimmt er die Gren­zen des­sen, was die Ge­schäfts­füh­rer im In­nen­ver­hält­nis tun dür­fen (§ 37 GmbHG). Der zu­läs­sige Hand­lungs­be­reich der Ge­schäfts­füh­rer i.S.d. "der An­ge­le­gen­hei­ten der Ge­sell­schaft" (§ 43 Abs. 1 GmbHG) soll so­mit be­grenzt wer­den.

Den­noch wer­den in der Pra­xis oft weite For­mu­lie­run­gen ge­wählt, um spä­te­ren Sat­zungsän­de­run­gen vor­zu­beu­gen. Pau­schale For­mu­lie­run­gen wie z.B. " Pro­duk­tion und Ver­treib von Wa­ren al­ler Art" sind un­zu­läs­sig.

An­ders als der Ge­sell­schafts­zweck (§ 1 GmbHG), muss der Un­ter­neh­mens­ge­gen­stand im Ge­sell­schafts­ver­trag an­ge­ge­ben wer­den.

Sie haben diese Seite  besucht (zuletzt ).

Fragen oder Anregungen zu dieser Seite? Nach der Anmeldung können Sie Anmerkungen schreiben und die Seite bewerten.


Gesellschaftsrecht lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International.