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Ist die GbR "rechts­fä­hige Per­so­nen­ge­sell­schaft" (§ 14 Abs. 2 BGB)?

2. Wie kann man eine GbR in Re­gis­tern er­fas­sen?

Eine Au­ßen-GbR ist eine "rechts­fä­hige Per­so­nen­ge­sell­schaft" im Sinne von § 14 Abs. 2 BGB. Sie ist aber als sol­che (an­ders als die OHG, § 106 Abs. 1 HGB) in kei­nem Re­gis­ter er­fasst. Dies hat ei­nige Kon­se­quen­zen:

  • Eine "Fir­ma" kann nach § 17 Abs. 1 HGB nur ein Kauf­mann füh­ren. Würde eine GbR aber einen kauf­män­nisch ein­ge­rich­te­ten Ge­wer­be­be­trieb vor­aus­set­zen, wäre sie kraft Ge­set­zes OHG (§ 105 Abs. 1 HGB). Da­her kann eine GbR nie eine Firma füh­ren. Den­noch darf sie sich einen Na­men ge­ben - die­ser ge­nießt bei Be­kannt­heit Schutz als ge­schäft­li­che Be­zeich­nung (§ 5 Mar­kenG iVm § 15 Mar­kenG).
  • Eine GbR kann Ei­gen­tü­me­rin (§ 903 BGB) von Sa­chen sein. Ins­be­son­dere kann sie Ei­gen­tü­mer ei­nes Grund­stücks sein (oder In­ha­be­rin ei­ner Grund­schuld), da sie grund­buch­fä­hig ist (§ 47 Abs. 2 GBO). Ne­ben der Ge­sell­schaft (mit ei­nem selbst ge­wähl­ten Na­men) müs­sen dazu aber alle Ge­sell­schaf­ter ein­ge­tra­gen wer­den. Nach § 899a BGB kann sich ein po­ten­ti­el­ler Er­wer­ber dar­auf ver­las­sen, dass die dort ein­ge­tra­ge­nen Per­so­nen die Ge­sell­schaft ver­tre­ten dür­fen (§ 709 BGB, § 714 BGB). Ohne diese Re­ge­lung wäre stets un­klar, wer die ein­ge­tra­gene Ge­sell­schaft re­prä­sen­tie­ren darf, so dass eine Über­tra­gung prak­tisch kaum mög­lich wä­re.
  • Eine GbR kann auch Mit­glied an­de­rer Ge­sell­schaf­ten, also etwa ei­ner an­de­ren GbR, aber auch ei­ner GmbH, ei­ner OHG oder ei­ner KG sein. Wenn die Ge­sell­schaf­ter ei­ner sol­chen Ge­sell­schaft im Han­dels­re­gis­ter ein­zu­tra­gen sind (also bei OHG und KG, § 106 BGB), stellt sich aber das glei­che Pro­blem wie im Grund­buch: Für Dritte ist un­klar, wer die Ge­sell­schaft, wel­che Ge­sell­schaf­ter ist, wirk­sam ver­tritt. Ist die GbR an ei­ner GmbH be­tei­ligt, so müs­sen in der GmbH-Ge­sell­schaf­ter­liste die Na­men der GbR-Ge­sell­schaf­ter auf­ge­führt wer­den (§ 40 Abs. 1 S. 2 GmbHG).

  • Eine GbR kann In­ha­be­rin ei­ner Marke (§ 7 Nr. 3 Mar­kenG) sein. Auch in­so­weit stellt sich aber das Pro­blem, dass aus der Ein­tra­gung ei­nes frei ge­wähl­ten Na­mens im Mar­ken­re­gis­ter kei­ner­lei Rück­schlüsse auf die Ver­tre­tungsbe­fug­nis ge­zo­gen wer­den kön­nen.

Für die bei­den zu­letzt ge­nann­ten Fälle wird ver­tre­ten, die grund­buch­recht­li­che Re­ge­lung (§ 47 Abs. 2 GBO) ana­log an­zu­wen­den. Für den Gut­glau­bens­schutz fehlt es aber an ei­ner § 899a BGB ent­spre­chen­den Re­ge­lung.

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