dd. Wel­che wei­te­ren An­spruchsfol­gen re­gelt das BGB?

(1) Was gilt für Auf­wen­dungser­satz (§§ 256 f. BGB)?

Das BGB ge­währt an vie­len Stel­len An­sprü­che auf Er­satz von Auf­wen­dun­gen. Prak­tisch be­son­ders be­deut­sam ist der An­spruch des Be­auf­trag­ten aus § 670 BGB, auf den u.a. § 713 BGB für die Ge­schäfts­füh­rung in ei­ner BGB-Ge­sell­schaft, § 27 Abs. 3 BGB für den Vor­stand ei­nes Ver­eins und § 683 S. 1 BGB für die be­rech­tigte Ge­schäfts­füh­rung ohne Auf­trag ver­wei­sen. Da­ne­ben gibt es ei­gene An­spruchs­grund­lagen etwa für Mie­ter (§ 536a Abs. 2 BGB, § 539 Abs. 1 BGB) oder Ver­wah­rer (§ 693 BGB). Auf­wen­dun­gen sind aber auch Ver­wen­dun­gen, dh. Aus­ga­ben für den Er­halt oder die Wie­der­her­stel­lung ei­ner Sa­che - diese wer­den vor al­lem im Rah­men des Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis­ses (§ 347 Abs. 2 BGB) so­wie im Ei­gen­tü­mer-Be­sit­zer-Ver­hält­nis (§§ 994 ff. BGB) re­le­vant.

In § 256 BGB wird zu­nächst ein An­spruch auf Zah­lung von Zin­sen an­ge­ord­net. Maß­geb­lich ist der ge­setz­li­che Zins­satz (4% nach § 246 BGB, 5% bei bei­der­sei­ti­gen Han­dels­ge­schäf­ten nach § 352 HGB). Ab Ver­zugs­be­ginn (§ 286 BGB iVm § 288 BGB) bzw. spä­tes­tens ab Rechts­hän­gig­keit (§ 291 BGB) greift statt­des­sen der Ver­zugs­zins­satz von 5% über dem Ba­sis­zins­satz (§ 288 Abs. 1 BGB). Der Zins­an­spruch be­steht nicht, so­lange der Er­satz­be­rech­tigte die Vor­teile ei­nes her­aus­zu­ge­ben­den Ge­gen­stan­des ge­nie­ßen kann (§ 256 S. 2 BGB); dies ent­spricht dem Rechts­ge­dan­ken des § 994 Abs. 1 S. 2 BGB.

In § 257 BGB wird die Kon­stel­la­tion ge­re­gelt, dass die Auf­wen­dun­gen nicht in ei­ner Tä­tig­keit oder im Ver­lust ei­nes Ge­gen­stan­des be­ste­hen, son­dern nur eine Ver­bind­lich­keit ein­ge­gan­gen wur­de. Hier be­stimmt das Ge­setz, dass nicht etwa an den­je­ni­gen, der die Ver­bind­lich­keit ein­ge­gan­gen ist, zu leis­ten ist (und die­ser die emp­fan­gene Leis­tung wei­ter­gib­t), son­dern un­mit­tel­bar an den Gläu­bi­ger der ein­ge­gan­ge­nen Ver­bind­lich­keit. Eine Klage des Auf­wen­den­den auf Leis­tung an sich wäre also un­be­grün­det. Dies gilt frei­lich nur, so­lange die Ver­bind­lich­keit nicht durch den Auf­wen­den­den er­füllt wurde - dann be­steht sein Ver­lust in ei­ner kon­kre­ten Geld- oder Sa­chein­bu­ße, die er un­mit­tel­bar li­qui­die­ren kann. Vor der Fäl­lig­keit kann der Schuld­ner statt den Gläu­bi­ger zu be­frie­di­gen auch bloß Si­cher­heit leis­ten (§ 257 S. 2 BGB iVm § 232 BGB).

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