cc. Was ist eine Geld­schuld?

(2) Was gilt für Zin­sen?

Geld­schul­den sind in der Pra­xis re­gel­mä­ßig zu ver­zin­sen. Diese Zins­an­sprü­che sind von Be­stand und Höhe der Geld­schuld ab­hän­gige Ne­ben­for­de­run­gen. Sie sind vor­ran­gig vor der Haupt­leis­tung zu be­glei­chen (§ 367 Abs. 1 BGB).

In der ZPO wer­den Zins­an­sprü­che, so­weit sie als Ne­ben­for­de­run­gen gel­tend ge­macht wer­den, bei der Er­mitt­lung des Streit­werts nicht be­rück­sich­tigt, § 4 Abs. 1 a.E. ZPO.

Der "Miet­zins" (rich­tig heißt es oh­ne­hin "Mie­te", vgl. § 535 Abs. 2 BGB) ist keine Zins­schuld, weil es keine Geld­for­de­rung gibt, an wel­che die­ser an­knüp­fen könn­te!

Zwar sind auch die Zin­sen in Geld zu be­glei­chen (und da­mit eine Geld­schuld), je­doch wer­den Zin­sen ih­rer­seits nicht ver­zinst ("Zin­ses­zins­ver­bot", § 289 S. 1 BGB, § 291 S. 2 BGB, § 353 S. 2 HGB). Eine Ver­ein­ba­rung, dass auch in­so­weit Zin­sen ge­zahlt wer­den sol­len, kann im­mer nur nach Fäl­lig­keit der je­weils be­trof­fe­nen Zin­sen ver­ein­bart wer­den (§ 248 Abs. 1 BGB). Et­was an­de­res gilt nur im han­dels­recht­li­chen Kon­to­kor­rent (§ 355 HGB), für Gut­ha­ben­zin­sen bei Ban­ken (§ 248 Abs. 2 S. 1 BGB) so­wie für ver­zins­li­che In­ha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen bei Bank­dar­le­hen (§ 248 Abs. 2 S. 2 BGB).

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