B. Un­ter wel­chen Voraus­set­zun­gen gibt es Scha­denser­satz?

I. Was setzt § 280 Abs. 1 BGB vor­aus?

Ei­nes der wich­tigs­ten Prü­fungs­sche­mata im ge­sam­ten Zi­vil­recht ist das­je­nige für Scha­denser­satzan­sprü­che aus § 280 BGB. Wenn Sie die­ses nicht be­herr­schen, wer­den Sie kaum je eine Klau­sur in Ihrem Stu­dium be­ste­hen. Sie soll­ten es sich also un­be­dingt ein­prä­gen:

  1. Schuld­ver­hält­nis
  2. Pf­licht­ver­let­zung (§ 241 BGB)
  3. Ver­tre­ten­müs­sen (§ 280 Abs. 1 S. 2 BGB iVm §§ 276 ff. BGB)
  4. Scha­den§ 249 ff. BGB)
  5. Ggf. zu­sätz­li­che Voraus­set­zung des § 286 BGB (§ 280 Abs. 2 BGB) oder zu­sätz­li­che Voraus­set­zun­gen des § 281 BGB, des § 282 BGB oder des § 283 BGB (§ 280 Abs. 3 BGB)

Sie kön­nen auch die zu­sätz­li­chen Voraus­set­zun­gen aus § 280 Abs. 2 BGB oder § 280 Abs. 3 BGB statt im Scha­den un­ter der Pf­licht­ver­let­zung er­ör­tern. Da­bei han­delt es sich um eine bloße Auf­bauf­ra­ge, kei­nen Mei­nungs­streit, den Sie ent­schei­den müs­sen!

Wenn Sie die Voraus­set­zun­gen von § 280 Abs. 2 BGB oder § 280 Abs. 3 BGB in der Pf­licht­ver­let­zung prü­fen, müs­sen Sie sau­ber her­aus­ar­bei­ten, warum es sich beim Aus­gleich des gel­tend ge­mach­ten Ver­lusts ge­rade um einen "Scha­denser­satz statt der Leis­tung" (§ 280 Abs. 3 BGB) han­delt, bzw. warum der "Scha­denser­satz we­gen Ver­zö­ge­rung" (§ 280 Abs. 2 BGB) ein­ge­tre­ten ist. Sie müs­sen also schon in der Pf­licht­ver­let­zung dar­le­gen, wel­chen Ver­lust sie ei­gent­lich prü­fen - eine Pro­ble­ma­tik, die sie spä­ter noch ein­mal im Scha­den er­wäh­nen müs­sen. Das führt zu ge­wis­sen Dop­pe­lun­gen.

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