A. Was ist das "Leis­tungs­stö­rungs­recht"?

I. Wel­che Pf­licht­ver­let­zun­gen wer­den un­ter­schie­den?

Je nach­dem, wel­che Rechts­folge ge­währt wer­den soll, wer­den an­dere An­for­de­run­gen an die zu­grunde lie­gende Pf­licht­ver­let­zung ge­stellt.

So­weit nur ein­fa­cher Scha­denser­satz "ne­ben der Leis­tung" nach § 280 Abs. 1 BGB, ver­langt wird, kommt es nicht dar­auf an, wel­che Pf­licht ver­letzt wur­de. Eine Be­son­der­heit gilt nur für Scha­denser­satz "we­gen Ver­zö­ge­rung der Leis­tung" (§ 280 Abs. 2 BGB) - dort be­steht näm­lich eine be­son­dere Voraus­set­zung (§ 286 BGB: "Ver­zug").

Sie müs­sen auch im Üb­ri­gen selbst­ver­ständ­lich die Pf­licht be­nen­nen (und an­ge­ben, ob diese aus dem Ge­setz oder aus ei­nem Ver­trag folgt) und fest­stel­len, wo­durch (Tun/Un­ter­las­sen) diese ver­letzt wur­de. Da­rauf be­zieht sich näm­lich das Ver­tre­ten­müs­sen in § 280 Abs. 1 S. 2 BGB iVm §§ 276 ff. BGB. Eine Haf­tung, nur weil es zu ei­nem Er­folg ge­kom­men ist (Er­folgs­haf­tung), gibt es im All­ge­mei­nen Schuld­recht grund­sätz­lich nicht.

Für An­sprü­che auf Scha­denser­satz statt der Leis­tung (§ 280 Abs. 3 BGB), d.h. Scha­denser­satz, den es nur un­ter den zu­sätz­li­chen Voraus­set­zun­gen der §§ 281 ff. BGB (vgl. § 280 Abs. 3 BGB) gibt, so­wie für die Be­stim­mung ei­nes Rück­trittsgrun­des nach § 323 BGB, § 324 BGB oder § 326 Abs. 5 BGB müs­sen Sie sich hin­ge­gen ent­schei­den, ob

Da nach § 284 BGB Er­satz ver­geb­li­cher Auf­wen­dun­gen nur an Stelle des Scha­denser­satzes statt der Leis­tung ver­langt wer­den kann, spielt die Un­ter­schei­dung auch dort eine Rol­le.

Aus­drück­lich nur für die Un­mög­lich­keit greift der An­spruch auf Er­satz des stell­ver­tre­ten­den com­mo­dums (§ 285 BGB).

Sie haben diese Seite  besucht (zuletzt ).
32


Repetitorium BGB I lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.