V. Wie be­rück­sich­tige ich Sche­mata und Mei­nungs­strei­tig­kei­ten?

2. Wie er­kenne ich Pro­bleme und löse sie?

Ju­ris­ti­sche Klau­su­ren sol­len in der Re­gel Ihre Fä­hig­keit prü­fen, struk­tu­riert zu ar­gu­men­tie­ren und die Fall­frage nach­voll­zieh­bar zu be­ant­wor­ten. Die­ses Ziel würde ver­fehlt, wenn Sie ein­fach nur die rich­ti­ge(n) Re­ge­lung(en) im Ge­setz (b­zw. bei un­ge­schrie­be­nen Prin­zi­pien in Ihrem Kopf) fin­den und diese ab- bzw. auf­schrei­ben müss­ten.

Statt­des­sen geht es dar­um, einen Fall zu prü­fen, der in min­des­tens ei­nem Punkt von dem im Ge­setz ge­re­gel­ten Nor­mal­fall ab­weicht. Sie müs­sen dann die Frage be­ant­wor­ten, ob die von Ih­nen ge­prüfte Re­ge­lung auf den Fall passt bzw. wel­che von meh­re­ren in Be­tracht kom­men­den Nor­men An­wen­dung fin­det.

Das Er­ken­nen die­ser Ab­wei­chun­gen und die Dis­kus­sion der da­bei auf­tre­ten­den Pro­bleme ist kaum ab­strakt-ge­ne­rell zu ler­nen. Es er­for­dert viel­mehr ei­ner­seits ein star­kes Ge­rech­tig­keits­ge­fühl (Ju­diz) und an­de­rer­seits viel Übung - je mehr Klau­su­ren Sie ge­se­hen ha­ben, de­sto schnel­ler er­ken­nen Sie die Ab­wei­chung vom Nor­mal­fall (und kön­nen die dis­kus­si­ons­wür­di­gen Punkte iden­ti­fi­zie­ren).

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