a. Wie grenzt man Scha­denser­satz statt der Leis­tung ab?

bb. Wie grenzt man bei Schlecht­leis­tun­gen ab?

Wenn die Leis­tung man­gel­haft er­folgt ist, müs­sen Sie sich fra­gen, wie der Gläu­bi­ger ste­hen wür­de, wenn der Schuld­ner den Man­gel (durch Nach­bes­se­rung oder Nach­lie­fe­rung) be­sei­ti­gen und zu­sätz­lich Er­satz in Geld leis­ten würde .

Wird auf­grund ei­nes man­gel­haf­ten Plans von ei­nem Dritten ein Ge­bäude er­rich­tet, würde die (mög­li­che) Er­stel­lung ei­nes feh­ler­freien Plans das be­reits ge­baute Ge­bäude nicht man­gel­frei. Die Re­pa­ra­tur bzw. Abriss und Neu­bau des Ge­bäu­des sind da­her aus Sicht des Pla­ners Scha­denser­satz ne­ben der Leis­tung; die Kos­ten für die Er­stel­lung ei­nes Plans durch einen Dritten wä­ren Scha­denser­satz statt der Leis­tung. Denn der Pla­ner dürfte das Ge­bäude gar nicht ab­rei­ßen (es ge­hört dem Auf­trag­ge­ber und die­ser hat nicht in Bau­maß­nah­men durch den blo­ßen Pla­ner ein­ge­wil­lig­t); da­her ist der Bau in Na­tur keine ge­schul­dete Leis­tung und eine Be­rei­che­rung schei­det aus. Die Pla­nung ist hin­ge­gen ge­schul­det und kann grds. nach­er­füllt wer­den (§§ 634 Nr. 1, 635 BGB) - die Ku­mu­la­tion von Pla­nung und Geld­zah­lung für einen Al­ter­na­tiv­pla­nung würde den Gläu­bi­ger je­doch bes­ser stel­len als er ge­stan­den hät­te, von An­fang an rich­tig ge­plant wor­den wä­re. Da­her darf der Gläu­bi­ger dies nur wahl­weise ver­lan­gen (§ 281 Abs. 4 BGB).

Wenn man einen ver­faul­ten Jo­ghurt isst, sind die Be­hand­lungs­kos­ten Scha­denser­satz ne­ben der Leis­tung - die Kos­ten für die Be­schaf­fung ei­nes an­de­ren Jo­ghurts hin­ge­gen Scha­denser­satz statt der Leis­tung. Denn eine Heil­be­hand­lung (§ 630a BGB) war nicht Ge­gen­stand des Kauf­ver­trags (§ 433 BGB) und da­her nicht die ge­schul­dete Leis­tung. Dem­ge­gen­über darf der Käu­fer einen Er­satz­jo­ghurt ver­lan­gen (§§ 437 Nr. 1, 439 BGB). Würde er aber Geld für einen Er­satz­jo­ghurt und den Jo­ghurt er­hal­ten, stünde er bes­ser, als wenn von An­fang an man­gel­frei über­ge­ben und über­eig­net wor­den wäre (er hätte zwei Jo­ghurts) - da­her muss er sich nach § 281 Abs. 4 BGB ent­schei­den.

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