8. Ka­pi­tel: Was ist der Han­dels­kauf?

A. Was ist ein "Han­dels­kauf"?

In den §§ 373 ff. HGB fin­den sich Vor­schrif­ten über den Han­dels­kauf. His­to­risch stand der Han­dels­kauf im Zen­trum des Han­dels­rechts (da­her auch „Kauf“-Mann); auch heute noch steht er im Zen­trum der Re­ge­lun­gen zu den Han­dels­ge­schäf­ten. Die ge­setz­li­chen Son­der­re­ge­lun­gen mo­di­fi­zie­ren und er­gän­zen die all­ge­mei­nen Re­ge­lun­gen des BGB. Sie sol­len die Ge­schäfts­ab­wick­lung be­schleu­ni­gen und die Rechte des Ver­käu­fers stär­ken.

Man un­ter­schei­det zwi­schen dem ein­sei­ti­gen (§ 373 HGB - § 376 HGB, § 380 HGB) und dem zwei­sei­ti­gen (§ 377 HGB, § 379 HGB ) Han­dels­kauf.

Die Mo­di­fi­ka­tio­nen durch das HGB las­sen sich in zwei Grup­pen ein­tei­len:

  • Ei­ner­seits gibt es Re­ge­lun­gen zu be­son­de­ren Ty­pen von Kauf­ver­trä­gen, wie den Be­stim­mungs­kauf (§ 375 HGB) als Son­der­re­ge­lung zu den Leis­tungs­be­stim­mungs­rech­ten (§§ 315 ff. BGB) und den Fix­han­dels­kauf (§ 376 HGB) als Son­der­fall des re­la­ti­ven Fix­ge­schäfts (§ 323 Abs. 2 Nr. 2 BGB).
  • An­de­rer­seits wer­den be­son­dere Rechts­fol­gen in Ab­wei­chung zum BGB ge­re­gelt, na­ment­lich für den Gläu­bi­ger­ver­zug des Käu­fers (§§ 373 ff. HGB) und die Sach­män­gel­ge­währ­leis­tung (§ 377 HGB).

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