7. Ka­pi­tel: Was sind Han­dels­ge­schäf­te?

B. Wel­che Re­ge­lun­gen des BGB wer­den mo­di­fi­ziert?

Nach Art. 2 Abs. 1 EGHGB kom­men in Han­delssa­chen die Vor­schrif­ten des Bür­ger­li­chen Ge­setz­buchs nur in­so­weit zur An­wen­dung, als nicht im Han­dels­ge­setz­buch ... ein an­de­res be­stimmt ist. Das be­deu­tet: So­weit sich im HGB eine be­son­dere Re­ge­lung fin­det, ver­drängt diese BGB AT, Schuld­recht AT oder Sa­chen­recht; fehlt eine sol­che Re­ge­lung, ver­bleibt es hin­ge­gen bei den Ih­nen be­kann­ten Nor­men.

Ob­wohl das vierte Buch des HGB im­mer­hin von § 343 HGB bis § 475h HGB reicht, müs­sen Sie für die Staat­li­che Pf­licht­fach­prü­fung nur Ab­schnitt 1 ("All­ge­meine Vor­schrif­ten über Han­dels­ge­schäf­te", § 343 HGB - § 372 HGB) und Ab­schnitt 2 ("Han­dels­kauf", § 373 HGB - 382 HGB) ken­nen. Zu­dem müs­sen Sie diese Mo­di­fi­ka­tio­nen nur im Über­blick be­herr­schen, d.h. le­dig­lich die ge­setz­li­chen Grund­struk­tu­ren ohne ver­tief­tes Wis­sen der Recht­spre­chung und Li­te­ra­tur. Die Re­ge­lun­gen zur Kom­mis­sion (§ 383 HGB - § 403 HGB) und zum Trans­port- und La­ger­recht (§ 407 HGB - § 475h HGB) müs­sen Sie über­haupt nicht ler­nen.

Unterschiede BGB und HGB

Sta­tis­tisch ge­se­hen ha­ben vor al­lem das kauf­män­ni­sche Be­stä­ti­gungs­schrei­ben und die Er­wei­te­rung des Gut­glau­bens­schut­zes durch § 366 HGB Klau­sur­re­le­vanz. Sel­te­ner geht es um § 354a HGB (Un­wirk­sam­keit von Ab­tre­tungs­ver­bo­ten) und § 349 HGB (Ent­behr­lich­keit der Ein­rede der Voraus­kla­ge) bzw. § 350 HGB (Ent­behr­lich­keit von Form­vor­schrif­ten). Die an­de­ren Re­ge­lun­gen ha­ben, selbst wenn Sie sie über­se­hen soll­ten, im Nor­mal­fall keine Aus­wir­kun­gen auf die Be­wer­tung der Ar­beit.

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