V. Wel­che Fol­gen hat ein Rück­tritt?

4. Was gilt für die Her­aus­gabe von Nut­zun­gen (§ 346 Abs. 1 BGB, § 347 Abs. 1 BGB)?

Der Rück­ge­währ­schuld­ner muss nach § 346 Abs. 1 BGB nicht nur den er­hal­te­nen Ge­gen­stand her­aus­ge­ben, son­dern auch die von ihm ge­zo­ge­nen Nut­zun­gen (§ 100 BGB). Dies um­fasst die Früchte ei­ner Sa­che (Eier ei­nes Huhns, Milch ei­ner Kuh), ei­nes Rech­tes (Di­vi­dende ei­ner Ak­tie, Zin­sen ei­nes Dar­le­hens) so­wie Ge­brauchs­vor­teile (Nut­zungs­mög­lich­keit ei­nes PKW).

Al­ler­dings ist in vie­len Fäl­len die Her­aus­gabe der Nut­zun­gen in Na­tur nicht mög­lich, so dass nach § 346 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 BGB Wer­ter­satz in Geld zu leis­ten ist. Da­bei ist na­tür­lich nicht die Ge­gen­leis­tung (§ 346 Abs. 2 S. 2 BGB) maß­geb­lich, son­dern es ist der ob­jek­tive (Ver­kehrs-)Wert nach wirt­schaft­li­chen Grund­sät­zen zu er­mit­teln.

In der Klau­sur müs­sen Sie bei der Pf­licht zur Rück­gabe ei­nes PKW also un­ter­schei­den: Wenn der Rück­ge­währ­schuld­ner da­mit ge­fah­ren ist, hat er Ge­brauchs­vor­teile und da­mit Nut­zun­gen im Sinne von § 100 BGB er­hal­ten, für die er nach § 346 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 BGB Wer­ter­satz leis­ten muss. Da­mit ist aber auch der mit der Nut­zung ein­her­ge­hende Ver­schleiß aus­ge­gli­chen - in­so­weit ist nicht wei­te­rer Wer­ter­satz nach § 346 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 BGB we­gen der ver­schlech­ter­ten Rück­gabe des Fahr­zeugs zu zah­len.

Wei­ter­ge­hend sieht § 347 Abs. 1 S. 1 BGB (ähn­lich wie § 987 Abs. 2 BGB im Ei­gen­tü­mer-Be­sit­zer-Ver­hält­nis) eine Pf­licht zum Wer­ter­satz für nicht ge­zo­gene Nut­zun­gen vor. Voraus­set­zung ist, dass die Un­ter­las­sung (die Nut­zun­gen zu zie­hen) den Re­geln ei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen Wirt­schaft wi­der­spricht, d.h. ob­jek­tiv pflicht­wid­rig war; es han­delt sich hier­bei um eine Ob­lie­gen­heit.

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