H. Was ist eine "Hin­ter­le­gung" (§ 372 BGB)?

II. Wel­che Be­son­der­heit gilt für den Han­dels­kauf (§ 373 HGB)?

Ge­wisse Be­son­der­hei­ten gel­ten bei ei­nem Kauf­ver­trag, wenn der Käu­fer oder (!) der Ver­käu­fer Kauf­mann im Sinne der §§ 1 ff. HGB ist, selbst wenn die an­dere Par­tei Ver­brau­cher im Sinne von § 13 BGB ist, so­weit sich der Käu­fer im An­nah­me­ver­zug be­fin­det:

  • Nach § 373 Abs. 1 HGB sind Wa­ren al­ler Art in ei­nem La­ger­haus oder in sonst si­che­rer Weise hin­ter­le­gungs­fä­hig. Eine Hin­ter­le­gung beim Amts­ge­richt ist für Wa­ren da­mit nicht mehr er­for­der­lich.
  • Ein Selbst­hil­fe­ver­kauf ist über § 383 BGB hin­aus bei An­nah­me­ver­zug auch für hin­ter­le­gungs­fä­hige Wa­ren mög­lich (§ 373 Abs. 2 S. 1 HGB).

Die HGB-Nor­men über­schnei­den sich nur bei Kauf­ver­trä­gen über Wa­ren im An­nah­me­ver­zug des Käu­fers mit den Re­ge­lun­gen der §§ 373 ff. BGB. In die­sem Schnitt­be­reich fin­den beide Nor­men par­al­lele An­wen­dung. Eine Hin­ter­le­gung von Geld, Wert­pa­pie­ren, Ur­kun­den und Kost­bar­kei­ten beim Amts­ge­richt bleibt da­her ebenso mög­lich wie ein Selbst­hil­fe­ver­kauf nach § 385 BGB. Für den Käu­fer ver­bleibt es hin­ge­gen bei §§ 373 ff. BGB.

Be­stellt K bei der V GmbH im In­ter­net 10 Dia­man­ten und ver­wei­gert die An­nahme des Pa­kets, kann V die Dia­man­ten etwa bei ei­ner Bank hin­ter­le­gen und die Kos­ten dem K in Rech­nung stel­len. Denn V ist Kauf­mann (§ 6 HGB iVm § 13 Gm­bHG) und der Kauf­ver­trag ge­hört zu ih­rem Han­dels­ge­wer­be. Al­ter­na­tiv kön­nen die Dia­man­ten aber auch beim Amts­ge­richt hin­ter­legt wer­den nach § 373 BGB.

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