II. Was ist eine Leis­tung an Er­fül­lung statt (§ 364 BGB)?

2. Was gilt, wenn die Er­satz­leis­tung schlech­ter als die ge­schul­dete Leis­tung ist?

Nach § 365 BGB grei­fen für Män­gel des Er­satz­ge­gen­stands die kauf­recht­li­chen Ge­währ­leis­tungs­re­geln (§ 437 BGB iVm § 434 BGB und § 435 BGB), un­ab­hän­gig da­von, was für ein Ver­trag im Üb­ri­gen be­steht. Da­durch be­steht ei­ner­seits eine ver­schul­den­su­n­ab­hän­gige Nach­er­fül­lungs­pflicht (§ 437 Nr. 1 BGB iVm § 439 BGB) so­wie die Mög­lich­keit, ver­schul­den­su­n­ab­hän­gig zu min­dern (§ 437 Nr. 2 BGB iVm § 441 BGB) oder bei er­heb­li­chen Män­geln zu­rück­zu­tre­ten (§ 437 Nr. 2 BGB iVm § 346 BGB). Scha­denser­satz kann dem­ge­gen­über nur ver­langt wer­den, wenn der Schuld­ner den Man­gel des Er­satz­ge­gen­stands zu ver­tre­ten hat.

Dies kann selbst­ver­ständ­lich nicht ge­setz­li­che Wer­tun­gen un­ter­lau­fen.

S schenkt (§ 516 BGB) B in no­ta­ri­el­ler Form (§ 518 BGB) sein Pferd "Fu­ry". Vor der Über­eig­nung (§ 929 S. 1 BGB) über­legt S es sich an­ders und über­gibt (§ 854 BGB) und über­eig­net (§ 929 S. 1 BGB) B mit des­sen Ein­ver­ständ­nis statt­des­sen sein Pferd "Black Beau­ty". Nun stellt sich her­aus, dass "Black Beau­ty" mit Pil­zen in­fi­ziert ist und hohe Be­hand­lungs­kos­ten ent­ste­hen. Da­von wuss­ten we­der S noch B; die In­fek­tion war nur mit großem Auf­wand durch einen Spe­zia­lis­ten zu er­ken­nen. B ver­langt von S Heil­be­hand­lung des Pfer­des. Zu Recht?

Nach dem Schen­kungs­ver­trag haf­tet S nur für arg­lis­tig ver­schwie­gene Feh­ler (§ 524 BGB). Er wusste nichts von der Pilz­in­fek­tion, so dass er hier nicht haf­ten wür­de. Al­ler­dings war nach dem Ver­trag "Fu­ry" ge­schul­det, die Lie­fe­rung von "Black Beau­ty" war eine Leis­tung an Er­fül­lung statt (§ 364 Abs. 1 BGB). Nach § 365 BGB gilt dann für Sach­män­gel das kauf­recht­li­che Ge­währ­leis­tungs­recht (§ 434 BGB). Da­nach müsste S ver­schul­den­su­n­ab­hän­gig Nach­er­fül­lung leis­ten (§ 437 Nr. 1 iVm § 439 BGB). Er müsste also "Black Beau­ty" wie­der hei­len. Dies würde aber die Vor­schrif­ten des Schen­kungs­rechts un­ter­lau­fen, die ge­rade den Schen­ker schüt­zen sol­len, wäh­rend der Be­schenkte grds. nicht schutz­wür­dig ist ("Ei­nem ge­schenk­ten Gaul schaut man nicht ins Maul"). Aus die­sem Grunde fin­det § 365 BGB im Rah­men des Schen­kungs­rechts keine An­wen­dung.

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