d. Wel­che wei­te­ren An­spruchsfol­gen re­gelt das BGB?

cc. Was gilt für Aus­kunfts­an­sprü­che (§§ 259 f. BGB)?

Das BGB sieht eine um­fas­sende Aus­kunfts­pflicht im Auf­trags­recht vor (§ 666 BGB). Auf diese ver­wei­sen un­ter an­de­rem die Re­ge­lun­gen zur Ge­schäfts­füh­rung in der BGB-Ge­sell­schaft (§ 713 BGB), zum Ver­eins­vor­stand (§ 27 Abs. 3 BGB), zur Te­sta­ments­voll­stre­ckung (§ 2218 Abs. 1 BGB) so­wie zur be­rech­tig­ten Ge­schäfts­füh­rung ohne Auf­trag (§ 681 S. 2 BGB). Spe­zi­elle Aus­kunfts­pflich­ten fin­den sich etwa in § 1605 BGB für Un­ter­halts­an­sprü­che, in § 51a Gm­bHG für GmbH-Ge­sell­schaf­ter und in § 2027 BGB für einen Erb­schafts­be­sit­zer.

Das all­ge­meine Schuld­recht re­gelt den Um­fang sol­cher Aus­kunfts­pflich­ten in den §§ 259 ff. BGB. Da­bei wird un­ter­schie­den zwi­schen zwei Ar­ten von Aus­kunft­s­er­tei­lung:

  • Bei ei­ner Re­chen­schafts­pflicht ist nach § 259 Abs. 1 BGB eine ge­ord­nete Über­sicht über alle Ein­nah­men und Aus­ga­ben mit Be­le­gen zu er­stel­len, so­weit dies üb­lich ist. Be­trof­fen sind alle Fäl­le, in de­nen fremde An­ge­le­gen­hei­ten wahr­ge­nom­men wer­den (d.h. ins­be­son­dere alle Fälle des § 666 BGB). So­weit es sich nicht um eine An­ge­le­gen­heit von ge­rin­ger Be­deu­tung han­delt (§ 259 Abs. 3 BGB), kann bei Zwei­feln eine ei­des­statt­li­che Ver­si­che­rung ver­langt wer­den (§ 259 Abs. 2 BGB). Die­ser steht nach hM auch nicht der Grund­satz "nemo te­ne­tur" ent­ge­gen, wo­nach sich nie­mand selbst (etwa ei­ner Un­treue, § 266 StGB) be­las­ten muss - der Er­klä­rende würde sich hier zu­sätz­lich nach § 156 StGB straf­bar ma­chen.
  • Dem­ge­gen­über re­gelt § 260 BGB die Pf­licht zur Er­stel­lung ei­nes Be­stands­ver­zeich­nis­ses. Diese be­steht im­mer dann, wenn meh­rere Ge­gen­stände her­aus­zu­ge­ben sind (ins­be­son­dere im Fall des Erb­schafts­be­sit­zers nach § 2027 Abs. 1 BGB) - es han­delt sich um einen ei­ge­nen An­spruch. Auch hier kann nach § 260 Abs. 2 BGB eine ei­des­statt­li­che Ver­si­che­rung ver­langt wer­den, wenn es sich nicht um eine An­ge­le­gen­heit von ge­rin­ger Be­deu­tung han­delt (§ 260 Abs. 3, 259 Abs. 3 BGB).

Der Aus­kunfts­an­spruch ist dem Her­aus­ga­be­an­spruch lo­gisch vor­ge­lagert. Im Pro­zess kann die­ser Schwie­rig­keit mit­tels Stu­fen­klage (§ 254 ZPO) Rech­nung ge­tra­gen wer­den.

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