II. Was setzt § 281 BGB vor­aus?

2. Was ist bei der Frist­set­zung zu be­ach­ten?

Die Frist­set­zung hat den Zweck, dem Schuld­ner eine letzte Chance zur Ver­tragser­fül­lung zu ge­ben. Ob eine Frist ge­setzt wur­de, ist durch Aus­le­gung nach §§ 133, 157 BGB zu er­mit­teln. Die An­ge­mes­sen­heit der Frist ist nach den Um­stän­den des Fal­les zu be­ur­tei­len.

Zu un­ter­schei­den ist der Fall, in dem gar keine Frist ge­setzt wur­de, von dem, dass eine Frist zwar ge­setzt wur­de, diese aber zu kurz war. Wurde eine zu kurze Frist ge­setzt, so gilt nicht die­se, son­dern eine den Um­stän­den ent­spre­chend an­ge­mes­sene Frist. Nach Ablauf der an­ge­mes­se­nen Frist kann dann Scha­denser­satz ver­langt wer­den. Wurde hin­ge­gen keine Frist ge­setzt, kann auch nach Ablauf der an­ge­mes­se­nen Zeit kein Scha­denser­satz gel­tend ge­macht wer­den.

Eine Frist kann je­doch nicht schon vor Fäl­lig­keit, son­dern erst ab dem Zeit­punkt der Fäl­lig­keit ge­setzt wer­den.

Sie haben diese Seite  besucht (zuletzt ).
32


Grundkurs Bürgerliches Recht (2024/2025) lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.