B. Wel­che Fol­gen hat die Un­wirk­sam­keit ei­ner Klau­sel (§ 306 BGB)?

II. Was ist "eine Klau­sel" im Sinne von § 306 BGB?

Ein häu­fi­ges Pro­blem in Klau­su­ren ist, dass als "Klau­sel" je­weils ein ge­sam­ter Pa­ra­graph in der vom Ver­wen­der be­stimm­ten Num­me­rie­rung an­ge­se­hen wird. Dies ist aber nicht zu­tref­fend. Viel­mehr kann ein sol­cher Pa­ra­graph zahl­rei­che ein­zelne Klau­seln im Sinne von § 306 BGB ent­hal­ten: Nicht nur je­der Ab­satz und je­der Satz, son­dern so­gar meh­rere Aus­sa­gen in­ner­halb ei­nes Sat­zes kön­nen se­pa­rat an­hand der §§ 307 ff. BGB zu prü­fen sein (und nach § 306 BGB un­ab­hän­gig von­ein­an­der wirk­sam oder un­wirk­sam sein). Maß­geb­lich ist, ob es sich um "in­halt­lich von­ein­an­der trenn­ba­re, ein­zeln aus sich her­aus ver­ständ­li­che Re­ge­lun­gen" han­delt.

Eine Klau­sel ist in­halt­lich trenn­bar, wenn der un­wirk­same Teil der Klau­sel ge­stri­chen wer­den kann, ohne dass der Sinn des an­de­ren Teils dar­un­ter lei­det (sog. blue-pen­cil-test)

Das be­deu­tet für Sie in der Klau­sur, dass Sie nicht an der Num­me­rie­rung des Ver­tragsaus­zu­ges hän­gen blei­ben dür­fen, son­dern je­den Teil se­pa­rat be­ur­tei­len müs­sen.

Re­gelt ein Pa­ra­graph des Ver­trages Frist­be­ginn und Frist­dau­er, han­delt es sich um zwei se­pa­rate Klau­seln. Ebenso bei Form und Frist ei­ner Kün­di­gung, Ver­tre­tungs­macht für Ab­gabe und Empfang von Wil­lens­er­klä­rungen, Ver­tragss­tra­fen für ver­schie­dene Leis­tungen etc.

Füh­ren Sie sich un­be­dingt den Un­ter­schied zur gel­tungs­er­hal­ten­den Re­duk­tion vor Au­gen: Bei der Tren­nung der Klau­seln geht es (ähn­lich wie bei § 139 BGB) um meh­rere trenn­bare Re­ge­lun­gen - die gel­tungs­er­hal­tende Re­duk­tion be­trifft hin­ge­gen eine ein­zelne Re­ge­lung.

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