18. Kapitel: Allgemeine Geschäftsbedingungen
A. Wie erfolgt eine AGB-Kontrolle?
I. Vorliegen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB): § 305 Abs. 1 BGB
1. Vielzahl von Verträgen: Mindestens drei Mal beabsichtigt; Erweiterung: § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB
2. Vorformuliert: Mindestens im Kopf des Verwenders gespeichert
3. Gestellt: Nicht ausgehandelt, nur einseitig eingebracht; Erweiterung: § 310 Abs. 3 Nr. 1 BGB
4. Abgrenzung: § 305 Abs. 1 S. 3 BGB (individuell ausgehandelt)
5. U.U. Umgehungsverbot nach § 306a BGB
II. Ausschluss der Kontrolle nach § 310 Abs. 4 BGB (nur wenn naheliegend, sonst nicht erwähnen)
III. Einbeziehungskontrolle
1. Erforderlich nur wenn Kunde nicht Unternehmer ist (§ 310 Abs. 1 S. 1 BGB)
2. Hinweis oder Aushang (§ 305 Abs. 2 Nr. 1 BGB)
3. Kenntnisnahme möglich und zumutbar (§ 305 Abs. 2 Nr. 2 BGB)
4. Einverständnis des Adressaten (§ 305 Abs. 2 a.E. BGB)
5. Keine vorrangige Individualabrede ggü. einzelner Klausel (§ 305b BGB)
6. Keine überraschende Klausel (§ 305c Abs. 1 BGB)
IV. Inhaltskontrolle (Auslegung nach § 305c Abs. 2 BGB)
1. Abweichung vom Gesetz (§ 307 Abs. 3 S. 1 BGB)
2. Klauselverbote nach § 309 BGB (nicht anwendbar bei Unternehmern als Kunde § 310 Abs. 1 S. 1 BGB)
3. Klauselverbote nach § 308 BGB (nicht anwendbar bei Unternehmern als Kunde § 310 Abs. 1 S. 1 BGB)
4. Generalklausel des § 307 BGB
a. Fälle von § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB (Widerspruch zu gesetzlichem Grundgedanken) oder Nr. 2 (Einschränkung wesentlicher Rechte und Pflichten) - bei Unternehmern als Kunde: Berücksichtigung von § 308 BGB und § 309 BGB (§ 310 Abs. 1 S. 2 BGB), jeweils iVm Abs. 1 S. 1
b. Transparenzgebot § 307 Abs. 1 S. 2 BGB
c. Generalklausel § 307 Abs. 1 S. 1 BGB
V. Rechtsfolge
1. (Vgl.) § 306 Abs. 1 BGB: Nur Klausel unwirksam; Ausnahme § 306 Abs. 3 BGB (ganzer Vertrag unwirksam)
2. § 306 Abs. 2 BGB: Lückenschließung durch Gesetz; hilfsweise ergänzende Vertragsauslegung