B. Wel­che An­sprü­che er­ge­ben sich aus dem Be­sitz?

III. Pos­ses­so­ri­scher Be­sitzschutz

Der zen­trale Be­griff des pos­ses­so­ri­schen Be­sitzschut­zes ist die "ver­bo­tene Ei­gen­macht", die in § 858 Abs. 1 BGB le­gal­de­fi­niert ist.

Ver­bo­tene Ei­gen­macht ist nach § 858 Abs. 1 BGB jede ohne be­son­dere Ge­stat­tung vor­ge­nom­mene Be­ein­träch­ti­gung des un­mit­tel­ba­ren Be­sit­zers in der Aus­übung sei­ner tat­säch­li­chen Sach­herr­schaft.

Prü­fungs­schema des An­spruchs auf Wie­der­ein­räu­mung des Be­sitzes (§ 861 Abs. 1 BGB):

1. Der An­spruchs­stel­ler ist der bis zur Be­sitzent­zie­hung un­mit­tel­bare oder mit­tel­bare Be­sit­zer (§ 869 BGB)

2. Der An­spruchs­geg­ner ist der ge­gen­wär­tig feh­ler­haft Be­sitzende

3. Ent­zug des un­mit­tel­ba­ren Be­sitzes ei­nes Grund­stücks oder ei­ner be­weg­lichen Sa­che durch ver­bo­tene Ei­gen­macht

4. Kein Aus­schluss des An­spruchs nach § 861 Abs. 2 BGB bzw. kein Er­lö­schen des An­spruchs nach § 864 Abs. 1 BGB

Ne­ben dem An­spruch auf Wie­der­ein­räu­mung des Be­sitzes aus § 861 Abs. 1 S. 1 BGB exis­tiert ein wei­te­rer An­spruch des Be­sit­zers ge­gen den Stö­rer im Falle der ver­bo­te­nen Ei­gen­macht, näm­lich der auf Be­sei­ti­gung oder Un­ter­las­sung der Be­sitzstö­rung aus § 862 Abs. 1 BGB.

Hier­für müs­sen fol­gende Voraus­set­zun­gen vor­lie­gen:

1. Der An­spruchs­stel­ler ist der bis zur Be­sitzent­zie­hung un­mit­tel­bare oder mit­tel­bare Be­sit­zer (§ 869 BGB)

2. Der An­spruchs­geg­ner ist der Stö­rer

3. Der An­spruch ist nicht aus­ge­schlos­sen

- als Aus­schluss­gründe kom­men jene aus §§ 859 Abs. 1, 862 Abs. 2 und § 864 BGB in Be­tracht

Sie haben diese Seite  besucht (zuletzt ).
32