C. Was ist eine "Sa­che"?

III. Was sind "Ver­wen­dungen"?

Ver­wen­dungen sind Auf­wen­dungen (frei­wil­lige Ver­mö­gen­sop­fer), wel­che der Er­hal­tung, Wie­der­her­stel­lung oder Ver­bes­se­rung ei­ner Sa­che die­nen. Bei der Art der Ver­wen­dungen wird zwi­schen not­wen­di­gen (§§ 994 f. BGB), nütz­li­chen (§ 996 BGB) und nicht er­stat­tungs­fä­hi­gen Lu­xus­auf­wen­dun­gen un­ter­schie­den.

In die­sem Zu­sam­men­hang wird die Frage vi­ru­lent, ob auch sol­che Maß­nah­men des Be­sit­zers, wel­che die Sa­che grund­le­gend und in ih­rem We­sen um­ge­stal­ten, Ver­wen­dungen i.S.d. §§ 994 ff. BGB sein kön­nen.

Eine grund­le­gende Ver­än­de­rung kann bspw. in der Be­bau­ung ei­nes bis­lang un­be­bau­ten Grund­stücks ge­se­hen wer­den.

Die Frage nach der Er­satz­fä­hig­keit der­ar­ti­ger Um­ge­stal­tun­gen des Be­sit­zers wird in Recht­spre­chung und Li­te­ra­tur nicht ein­heit­lich be­ur­teilt.

Der Groß­teil der Au­to­ren in der Li­te­ra­tur legt bei die­ser Frage den sog. wei­ten Ver­wen­dungsbe­griff zu­grun­de. Da­nach seien auch be­stands­ver­än­dernde Ver­mö­gens­auf­wen­dun­gen, die der Sa­che zu­gute kom­men, in­dem sie de­ren Nutz­bar­keit wie­der­her­stel­len oder ih­ren wirt­schaft­li­chen Wert er­hö­hen, Ver­wen­dungen im Sinne der §§ 994 ff. BGB. Ar­gu­men­tiert wird da­bei vor al­lem mit der Schutz­be­dürf­tig­keit des Be­sit­zers, in des­sen In­ter­esse eine Be­schrän­kung des Ver­wen­dungsbe­griffs nicht an­ge­zeigt sei.

Der BGH ver­tritt den en­gen Ver­wen­dungsbe­griff. Da­nach seien Ver­wen­dungen nur sol­che wil­lent­li­chen Ver­mö­gens­auf­wen­dun­gen, wel­che die Sa­che wie­der­her­stel­len, er­hal­ten oder ver­bes­sern, ohne sie da­bei grund­le­gend zu ver­än­dern. Hin­ter­grund die­ser Aus­le­gung des Ver­wen­dungsbe­griffs ist, dass der Schutz des Ei­gen­tü­mers, hier auch vor sog. "auf­ge­dräng­ten Ver­wen­dungen", dem Schutz des Be­sit­zers vor­ge­hen müs­se.

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