4. Ka­pi­tel: Wie wird man Ei­gen­tü­mer ei­ner un­be­weg­lichen Sa­che?

E. Wann kann ein Wi­der­spruch in das Grund­buch ein­ge­tra­gen wer­den?

Pri­mär steht dem ma­te­ri­ell Be­rech­tig­ten ein An­spruch auf Be­rich­ti­gung des Grund­buchs aus § 894 BGB zu. Al­ler­dings kann die Durch­set­zung die­ses An­spruchs im Pro­zess­wege ei­nige Zeit be­an­spru­chen, wäh­rend für den wah­ren Ei­gen­tü­mer des Grund­stücks das Ri­siko be­steht, dass sein Recht durch den gut­gläu­bi­gen Er­werb ei­nes Drit­ten un­ter­geht oder zu­min­dest be­ein­träch­tigt wird.

Um die­ser Ge­fahr zu be­geg­nen, hat der Ge­setz­ge­ber in § 899 BGB eine Re­ge­lung ge­trof­fen, die es dem wah­ren Rechts­in­ha­ber ge­stat­tet, über den Wi­der­spruch eine vor­läu­fige Maß­nahme zur Si­che­rung der ei­ge­nen Rechte zu tref­fen.

Der Wi­der­spruch kann im Ge­gen­satz zur Grund­buchbe­rich­ti­gung im Wege des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes (§ 899 Abs. 2 BGB) er­wirkt wer­den. In die­sem Ver­fah­ren ist gem. § 899 Abs. 2 S. 2 BGB nicht er­for­der­lich, dass der Wi­der­spre­chende eine Ge­fähr­dung sei­ner Rechte glaub­haft macht (§ 294 ZPO), schließ­lich er­gibt sich eine sol­che be­reit aus der ab­strak­ten Mög­lich­keit des Rechts­ver­lusts bei un­rich­ti­gem Grund­buch.

Mit dem Wi­der­spruch ge­hen für den wah­ren Be­rech­tig­ten also ver­fah­rens­recht­li­che Er­leich­te­run­gen ein­her, um ei­nem mög­li­chen Rechts­ver­lust bis zur Klä­rung der wah­ren Be­rech­ti­gung vor­zu­beu­gen.

Für die Ein­tra­gung ei­nes Wi­der­spruchs in das Grund­buch müs­sen fol­gende Voraus­set­zun­gen er­füllt sein:

  1. Die Un­rich­tig­keit des Grund­buchs § 899 Abs. 1, 894 BGB)
  2. Die Be­wil­li­gung des von der Ein­tra­gung Be­trof­fe­nen oder die Er­set­zung durch eine einst­wei­lige Ver­fü­gung (§ 899 Abs. 2 BGB)
  3. Ge­gen­stand ist die Si­che­rung ei­nes ein­tra­gungs­be­dürf­ti­gen Rechts

Ist ein Wi­der­spruch in das Grund­buch ein­ge­tra­gen, ent­fal­tet die­ser im We­sent­li­chen die fol­gen­den Wir­kun­gen:

Für die Ent­fal­tung der oben ge­nann­ten Wir­kun­gen ist es ent­schei­dend, dass der Wi­der­spruch zu­guns­ten des tat­säch­lich Be­rech­tig­ten ein­ge­tra­gen ist und sich nach weit­ge­hen­der Auf­fas­sung nur ge­gen das Recht rich­tet, ge­gen das er ein­ge­tra­gen wur­de. Zu­dem be­wirkt der Wi­der­spruch keine ab­so­lute Grund­buchsper­re, was be­deu­tet, dass der Wi­der­spruch nur dann seine Wir­kun­gen ent­fal­tet, wenn das durch ihn ge­si­cherte Recht auch tat­säch­lich be­steht.

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