10. Ka­pi­tel: Was ist eine Vor­mer­kung?

B. Wie läuft der Ers­t­er­werb der Vor­mer­kung ab?

Hin­sicht­lich des Er­werbs der Vor­mer­kung muss dif­fe­ren­ziert wer­den, ob die Vor­mer­kung ge­rade ent­stan­den ist (Ers­t­er­werb) oder ob eine be­reits be­ste­hende Vor­mer­kung an eine wei­tere Per­son über­tra­gen wer­den soll (Zwei­t­er­werb). Au­ßer­dem ist dar­auf zu ach­ten, ob der Er­werb von ei­nem Be­rech­tig­ten oder ei­nem Nicht­be­rech­tig­ten statt­fin­det.

Der Ers­t­er­werb der Vor­mer­kung fin­det un­ter fol­gen­den Voraus­set­zun­gen statt:

1. Be­ste­hen ei­nes si­che­rungs­fä­hi­gen An­spruchs (§ 883 Abs. 1 BGB)

2. Be­wil­li­gung der Vor­mer­kung

- ein­sei­tige Be­wil­li­gung (§ 885 BGB, § 29 GBO) oder einst­wei­lige Ver­fü­gung (§ 885 BGB, §§ 935 ff. ZPO) bzw. Ur­teil nach § 895 ZPO

3. Be­rech­ti­gung des Be­wil­li­gen­den

4. Ein­tra­gung in das Grund­buch§ 883, 885 BGB)

Lie­gen diese Voraus­set­zun­gen vor, hat der Be­rech­tigte die Vor­mer­kung wirk­sam er­wor­ben.

Den­noch ist an­er­kannt, dass auch die Mög­lich­keit ei­nes gut­gläu­bi­gen Ers­t­er­werbs der Vor­mer­kung be­steht (§§ 893 Alt. 2, 892 BGB). Dies er­gibt sich dar­aus, dass die Vor­mer­kung ein Si­che­rungs­mit­tel ei­ge­ner Art mit ein­zel­nen ding­li­chen Wir­kun­gen ist.

1. Be­ste­hen ei­nes si­che­rungs­fä­hi­gen An­spruchs (§ 883 Abs. 1 BGB)

- Hin­ter­grund ist die strenge Ak­zes­so­rie­tät der Vor­mer­kung im Hin­blick auf den zu si­chern­den An­spruch auf Über­tra­gung der Lie­gen­schaft.

2. Er­werb durch ein Ver­kehrs­ge­schäft

3. Gut­gläu­big­keit des Er­wer­bers

4. Un­rich­tig­keit des Grund­buchs

5. Kein Wi­der­spruch im Grund­buch ein­ge­tra­gen

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