A. Was ist "Be­sitz"?

I. Wie er­wirbt man un­mit­tel­ba­ren Be­sitz?

Der Re­gel­fall des Be­sit­zerwerbs ist in § 854 Abs. 1 BGB als "Über­gabe" ge­re­gelt.

Der Er­werb un­mit­tel­ba­ren Be­sitzes durch Über­gabe nach § 854 Abs. 1 BGB hat drei Voraus­set­zun­gen:

  1. Er­lan­gung der tat­säch­li­chen Sach­herr­schaft durch den neuen Be­sit­zer selbst oder durch sei­nen Be­sitz­die­ner (§ 855 BGB)
  2. Aus Sicht ei­nes Drit­ten er­kenn­ba­rer na­tür­li­cher Be­sitzbe­grün­dungs­wil­len des neuen Be­sit­zers (k­eine Ge­schäfts­fä­hig­keit iSv §§ 104 ff. BGB er­for­der­lich)
  3. Ver­lust der tat­säch­li­chen Sach­herr­schaft durch den frü­he­ren un­mit­tel­ba­ren Be­sit­zer bzw. Feh­len ei­nes sol­chen un­mit­tel­ba­ren Be­sit­zers (bei weg­ge­wor­fe­nen oder ver­lo­re­nen Sa­chen)

Ne­ben der Über­gabe kennt das BGB einen Be­sit­zerwerb "kur­zer Hand" (§ 854 Abs. 2 BGB).

Ein Be­sit­zerwerb nach § 854 Abs. 2 BGB hat zwei Voraus­set­zun­gen:

  1. Ei­ni­gung zwi­schen dem neuen und dem bis­he­ri­gen Be­sit­zer über den Be­sit­zerwerb
  2. Mög­lich­keit des neuen Be­sit­zers, die Sach­herr­schaft so­fort aus­zuü­ben.
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