B. Was re­gelt der Vin­di­ka­ti­ons­an­spruch?

I. Was sind die Voraus­set­zun­gen des Vin­di­ka­ti­ons­an­spruchs?

Die An­spruchs­grund­lage des § 985 BGB hat drei Voraus­set­zun­gen, un­ter de­nen ein Ei­gen­tü­mer ge­gen den Be­sit­zer einen Her­aus­ga­be­an­spruch gel­ten ma­chen kann.

  1. Der An­spruchs­stel­ler ist Ei­gen­tü­mer
  2. Der An­spruchs­geg­ner ist der Be­sit­zer
  3. Der An­spruchs­geg­ner kann dem An­spruchs­stel­ler kein Recht zum Be­sitz ent­ge­gen­hal­ten.
Das Be­ste­hen ei­nes Vin­di­ka­ti­ons­an­spruchs ist grund­le­gende Voraus­set­zung für die wei­te­ren Vor­schrif­ten des Ei­gen­tü­mer-Be­sit­zer-Ver­hält­nis­ses (EBV). Hin­ter­grund des Re­ge­lungs­kom­ple­xes ist, dass der Vin­di­ka­ti­ons­an­spruch dar­auf ge­rich­tet ist, den Zu­stand wie­der­her­zu­stel­len, der dem In­halt des zu­grunde lie­gen­den ding­li­chen Rechts ma­te­ri­ell-recht­lich ent­spricht.
Für den An­spruch kommt es auch nicht dar­auf an, ob der Be­sit­zer Kennt­nis be­züg­lich des feh­len­den Be­sitz­rechts hat­te.
K hat das Smart­phone des H ent­wen­det und es dem G in den Ruck­sack ge­steckt. Als der H von den Vor­gän­gen er­fährt, ver­langt er von G sein Mo­bil­ge­rät zu­rück. Ein Vin­di­ka­ti­ons­an­spruch aus § 985 BGB be­steht.
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