4. Ka­pi­tel: Wie wird man Ei­gen­tü­mer ei­ner un­be­weg­lichen Sa­che?

A. Was re­gelt das Im­mo­bi­li­ar­sa­chen­recht?

Rechts­ge­schäf­te, die eine Über­tra­gung oder eine Be­las­tung von Rech­ten an ei­nem Grund­stück zum Ge­gen­stand ha­ben, fal­len in den Re­ge­lungs­be­reich des Im­mo­bi­li­ar­sa­chen­rechts.

Das Im­mo­bi­li­ar­sa­chen­recht, oft­mals auch als Grund­stücks- bzw. Lie­gen­schafts­recht be­zeich­net, lässt sich im Ein­zel­nen in das for­melle und das ma­te­ri­elle Im­mo­bi­li­ar­sa­chen­recht ein­tei­len. Des Wei­te­ren fin­den sich öf­fent­lich-recht­li­che Vor­schrif­ten, wel­che in das pri­vate Lie­gen­schafts­recht über­grei­fen kön­nen.

  • Ma­te­ri­ell-recht­li­che Re­ge­lun­gen be­zie­hen sich auf die ding­li­che Rechts­än­de­rung an den Grund­stücken (§§ 873 ff., 905 ff. BGB) oder tref­fen Re­ge­lun­gen für die be­schränkt-ding­li­chen Rechte (§§ 1018 ff. BGB).
  • Die for­mel­len Vor­schrif­ten ent­hal­ten die ver­fah­rens­recht­li­chen und in­halt­li­chen Voraus­set­zun­gen für die Grund­buchein­tra­gung, die nach ma­te­ri­el­len Recht er­for­der­lich ist (vgl. nur §§ 13, 17, 19 f. GBO).
  • Öf­fent­lich-recht­li­che Vor­schrif­ten sind bei­spiels­weise Nor­men, die Ver­fü­gungs­be­schrän­kungen für den Grund­stücksver­kehr ent­hal­ten. Ein Bei­spiel hier­für ist § 22 Abs. 1 BauGB.

Die zen­trale The­ma­tik des Im­mo­bi­li­ar­sa­chen­rechts ist zu­nächst die Grund­stücksüber­tra­gung. Da­ne­ben spie­len die Be­las­tun­gen ei­nes Grund­stücks, bei­spiels­weise mit ei­ner Hy­po­thek (§ 1113 BGB), ei­ner Grund­schuld (§ 1191 BGB) oder ei­nem Nieß­brauchsrecht (§ 1030 BGB), so­wie die Über­tra­gung oder Be­las­tung ei­nes sol­chen Rechts eine be­deu­tende Rol­le. Diese und wei­tere be­schränkt ding­li­chen Rech­ten wer­den in ei­nem ei­ge­nen Ka­pi­tel dar­ge­stellt.

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