B. Wie ist eine GmbH & Co KG recht­lich ge­stal­tet?

II. Was ist eine "Ein­heits"-GmbH & Co KG?

Bei ei­ner Ein­heits-GmbH & Co KG ist die Kom­man­dit­ge­sell­schaft ein­zige Ge­sell­schaf­te­rin der GmbH, d.h. alle GmbH-Ge­schäfts­an­teile ge­hö­ren der KG. Um zu ver­hin­dern, dass hier­durch eine Lücke in der Ka­pi­tal­aus­stat­tung ent­steht, ord­net § 172 Abs. 6 HGB an, dass auf die KG über­tra­gene GmbH-Ge­schäfts­an­teile nicht auf die Ein­lage­pflicht der Kom­man­di­tisten an­ge­rech­net wer­den. Denn sonst würde das Ver­mö­gen der GmbH dop­pelt ver­wer­tet - ei­ner­seits als per­sön­lich haf­ten­des Ver­mö­gen des Kom­ple­men­tärs, an­de­rer­seits als Kom­man­di­tein­lage.

Die Ein­heits-GmbH & Co KG ver­mei­det eine In­ter­es­sen­kol­li­sion zwi­schen "Nur"-Kom­man­di­tisten und GmbH-Ge­sell­schaf­tern. Man­gels an­der­wei­tig be­tei­lig­ter Per­so­nen sind die Kom­man­di­tisten die ein­zi­gen wirt­schaft­li­chen In­ha­ber des Un­ter­neh­mens und ha­ben da­her aus die al­lei­nige Ent­schei­dungs­be­fug­nis.

Gleich­zei­tig wird das For­mer­for­der­nis des § 15 Abs. 4 Gm­bHG er­folg­reich aus­ge­schal­tet - die KG-An­teile las­sen sich form­los über­tra­gen; die Be­tei­li­gung an der GmbH ver­bleibt dau­er­haft bei der KG, egal wer hin­ter die­ser Ge­sell­schaft steht.

In der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung der KG wird re­gel­mä­ßig das Stimm­recht der GmbH (ver­tre­ten durch de­ren Ge­schäfts­füh­rer) durch den Ge­sell­schafts­ver­trag der KG aus­ge­schlos­sen; ohne eine sol­che Re­ge­lung darf hin­ge­gen der Ge­schäfts­füh­rer für die GmbH als Kom­ple­men­tär ab­stim­men (ist in­so­weit aber an die Wei­sun­gen der KG ge­bun­den).

In der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung der GmbH ist nur die KG be­tei­ligt, die wie­derum durch die GmbH ver­tre­ten wird (§ 161 Abs. 2 HGB iVm § 125 Abs. 1 HGB, § 170 HGB), die wie­derum durch ih­ren Ge­schäfts­füh­rer ver­tre­ten wird (§ 35 Abs. 1 S. 1 Gm­bHG). Stirbt der Ge­schäfts­füh­rer (o­der legt er sein Amt nie­der bzw. ver­liert sonst die Ge­schäfts­füh­rerstel­lung) kann ein Nach­fol­ger nur nach § 29 BGB be­stellt wer­den. Die Kom­man­di­tisten kön­nen nur der GmbH die Ge­schäfts­füh­rungsbe­fug­nis ent­zie­hen (§ 117 HGB) oder diese aus der KG aus­schlie­ßen (§ 140 HGB). Um die­ses Pro­blem zu lö­sen, wer­den drei Wege in Be­tracht ge­zo­gen:

  • Zu­nächst kann man den Kom­man­di­tisten (so­gar im Ge­sell­schafts­ver­trag der KG) eine un­wi­der­ruf­li­che, aus­schließ­li­che Voll­macht für die Ent­schei­dung in der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung der GmbH er­tei­len - dem steht § 170 HGB nicht ent­ge­gen (dort geht es nur um organ­schaft­li­che Ver­tre­tungsmacht); die GmbH wäre dann von der Ver­tre­tung aus­ge­schlos­sen.
  • Man kann auch im GmbH-Ge­sell­schafts­ver­trag be­stim­men, dass die dor­ti­gen Ent­schei­dun­gen nicht von der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung, son­dern von den Kom­man­di­tisten der GmbH ge­trof­fen wer­den (was aus­nahms­weise nicht ge­gen die Ver­bands­sou­ve­rä­ni­tät ver­stößt, weil hier keine Ge­sell­schaf­ter mit ab­wei­chen­den In­ter­es­sen be­trof­fen sein kön­nen).
  • Schließ­lich kann man einen Stimm­bin­dungs­ver­trag zwi­schen der GmbH und den Kom­man­di­tisten ab­schlie­ßen, wo­nach die GmbH als Kom­ple­men­tärin auf ih­rer ei­ge­nen Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung stets im Sinne der KG ab­stim­men muss.
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