D. Wie wer­den die Ge­sell­schaf­ter in der GmbH&Co KG ge­schützt?

I. Wen tref­fen in der GmbH & Co KG Treu­pflich­ten?

Es sind drei Treu­pflicht­be­zie­hun­gen zu un­ter­schei­den:

  • Treu­pflicht GmbH zur KG: Die GmbH ist - wie je­der ge­schäfts­füh­rende Kom­ple­men­tär - ver­pflich­tet, die Ge­schäfte ord­nungs­ge­mäß zu füh­ren. Die "ei­gen­üb­li­che Sorg­falt" (§ 708 BGB) der GmbH wird je­doch durch § 43 Abs. 1 Gm­bHG kon­kre­ti­siert - es er­folgt also keine Pri­vi­le­gie­rung, son­dern es gilt auch hier ein ob­jek­ti­ver Maß­stab. Eine Ver­let­zung der Treu­pflicht der GmbH ge­gen­über der KG führt zu Scha­denser­satz- und Er­fül­lungs­an­sprü­chen der Kom­man­dit­ge­sell­schaft ge­gen die GmbH. Diese An­sprü­che kön­nen (so­fern sie Kennt­nis ha­ben) auch durch die Kom­man­di­tisten im Wege der Ge­sell­schaf­ter­klage ge­gen die GmbH gel­tend ge­macht wer­den. Frei­lich haf­tet der KG dann nur das be­schränkte Ver­mö­gen der GmbH; ein Rück­griff auf die Ge­schäfts­füh­rer käme al­len­falls durch Pfän­dung und Über­wei­sung von An­sprü­chen der GmbH aus § 43 Abs. 2 Gm­bHG in Be­tracht.
  • Treu­pflicht Kom­man­di­tisten un­ter­ein­an­der / Treu­pflicht Ge­sell­schaf­ter der GmbH un­ter­ein­an­der: Un­strei­tig tref­fen die Ge­sell­schaf­ter un­ter­ein­an­der Treu­pflich­ten. Diese sind auch ver­letzt, wenn ei­ner der Ge­sell­schaf­ter der GmbH das Ver­mö­gen der KG schä­digt, da hier­durch mit­tel­bar auch die GmbH ge­schä­digt wird (ähn­lich wie bei der Ka­pi­taler­hal­tung). Ebenso wäre eine Schä­di­gung der KG durch einen an­de­ren Kom­man­di­tisten (etwa durch Ab­stim­mungs­ver­hal­ten auf der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung der KG) denk­bar.
  • Treu­pflicht GmbH-Ge­sell­schaf­ter zu Kom­man­di­tisten: Frag­lich ist da­mit nur, ob Per­so­nen, die nur Ge­sell­schaf­ter der GmbH sind, un­mit­tel­bar Treu­pflich­ten ge­gen­über Nur-Kom­man­di­tisten ha­ben. Da­für könnte die spe­zi­fi­sche Kon­struk­tion der GmbH&Co KG spre­chen. Je­doch darf man nicht über­se­hen, dass die Ge­sell­schaf­ten grund­sätz­lich von­ein­an­der un­ab­hän­gig sind. Ohne be­son­dere ver­trag­li­che Be­zie­hung wird da­her in der Re­gel keine ge­sell­schaf­ten­über­grei­fende di­rekte Treu­bin­dung an­zu­neh­men sein.
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