C. Wie wer­den die Gläu­bi­ger ei­ner GmbH & Co KG ge­schützt?

II. Gel­ten Be­son­der­hei­ten für die Ka­pi­taler­hal­tung?

So­wohl das GmbH-Recht (§ 30 Gm­bH, § 31 Gm­bHG), als auch das KG-Recht (§ 172 HGB) tref­fen Re­ge­lun­gen für den Fall ei­ner Rück­ge­währ von Ein­lagen:

  • Das GmbHG ver­bie­tet eine Rück­zah­lung des "zur Er­hal­tung des Stamm­ka­pi­tals er­for­der­li­chen Ver­mö­gens an die Ge­sell­schaf­ter" (§ 30 Gm­bHG). Wird ge­gen die­ses Ver­bot der Aus­zah­lung aus dem GmbH-Ver­mö­gen an die GmbH-Ge­sell­schaf­ter ver­sto­ßen, so muss der Ge­sell­schaf­ter das Stamm­ka­pi­tal wie­der auf­fül­len. Es be­steht also eine un­be­schränkte In­nen­haf­tung. Dar­über hin­aus haf­ten die an­de­ren Ge­sell­schaft nach § 31 Abs. 3 Gm­bHG. Eine An­wen­dung des § 172 Abs. 4 HGB (Au­ßen­haf­tung) kommt in­so­weit nicht in Be­tracht, da das Ver­mö­gen der KG nicht be­trof­fen ist.

  • Im KG-Recht ist eine Rück­zah­lung aus dem KG-Ver­mö­gen an die Kom­man­di­tisten hin­ge­gen grund­sätz­lich er­laubt. Der Kom­man­di­tist haf­tet dann je­doch den Gläu­bi­gern in Höhe sei­ner ver­spro­che­nen Haf­tein­lage (§ 172 Abs. 4 HGB), es be­steht also eine be­schränkte Au­ßen­haf­tung. Eine An­wen­dung von § 30 Gm­bHG käme da­bei ei­gent­lich grund­sätz­lich (!) nicht in Be­tracht, da die Zah­lung nicht aus dem Ver­mö­gen der GmbH er­folgt.

Durch die un­be­schränkte Haf­tung der GmbH für alle Ver­bind­lich­kei­ten der Kom­man­dit­ge­sell­schaft (§ 161 Abs. 2 HGB iVm § 128 S. 1 HGB) ha­ben Aus­zah­lun­gen an die Kom­man­di­tisten je­doch auch Fol­gen für das Ver­mö­gen der GmbH. Da­her ist es denk­bar, dass durch die Aus­zah­lung an einen Kom­man­di­tisten aus dem KG-Ver­mö­gen auch das Ver­mö­gen der GmbH un­ter die zur Er­hal­tung des Stamm­ka­pi­tal er­for­der­li­che Summe sinkt:

  • Un­pro­ble­ma­tisch ist es, wenn der Zah­lungs­emp­fän­ger gleich­zei­tig Ge­sell­schaf­ter der GmbH war. Dann grei­fen § 30 Gm­bH, § 31 Gm­bHG un­ein­ge­schränkt ein. Der An­spruch auf Rück­zah­lung ge­gen den Ge­sell­schaf­ter aus § 31 Gm­bHG steht da­bei al­ler­dings nach der Recht­spre­chung der KG (und nicht der GmbH) zu, da auch de­ren Ver­mö­gen be­trof­fen ist.

  • Pro­bleme be­rei­tet da­ge­gen der Fall, dass der Zah­lungs­emp­fän­ger aus­schließ­lich Kom­man­di­tist der KG ist. Der BGH hat in die­sem Fall trotz­dem § 30 Gm­bHG, § 31 Gm­bHG an­ge­wandt, da nur so eine ef­fek­tive Ka­pi­taler­hal­tung und da­mit mit­tel­bar ein Gläu­bi­ger­schutz er­reicht wer­den kann. Metho­disch han­delt es sich um eine Ana­lo­gie, wo­bei die plan­wid­rige Re­ge­lungs­lücke aus der ur­sprüng­lich nicht be­kann­ten en­gen Ver­knüp­fung zweier Ge­sell­schaf­ten in der GmbH & Co KG her­ge­lei­tet wird.

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