G. Was sollte man über die So­cie­tas Eu­ro­paea wis­sen?

Was ist bei der SE-Grün­dung zu be­ach­ten?

Eine SE kann auf ver­schie­dene Ar­ten ge­grün­det wer­den. Wich­tig ist, dass bei al­len Grün­dungs­va­ri­an­ten ein grenz­über­schrei­ten­der Be­zug ge­ge­ben ist, d.h. zwei Be­tei­ligte müs­sen dem Recht ver­schie­de­ner EU-Mit­glied­staa­ten un­ter­lie­gen.

Die in Düs­sel­dorf an­säs­sige A-AG, die B-SA (Société An­ony­me) aus Straß­burg und die C-SpA (Società per Azio­ni) aus Rom wol­len ihre Ge­schäftstä­tig­keit zu­sam­men­le­gen. Die neue Ge­sell­schaft soll ih­ren Sitz in Düs­sel­dorf ha­ben und ein Grund­ka­pi­tal von 100 Mio. €.

Grund­sätz­lich er­ge­ben sich vier Ar­ten der Grün­dung: Mög­lich ist eine sol­che

  1. durch Ver­schmel­zung von Ak­ti­en­ge­sell­schaften (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. 17 ff. SE-VO),
  2. durch die Bil­dung ei­ner SE-Hol­ding­ge­sell­schaft (Art. 2 Abs. 2 i.V.m. 32 ff. SE-VO),
  3. durch Grün­dung ei­ner SE-Toch­ter­ge­sell­schaft (Art. 2 Abs. 3 i.V.m. 35 f. SE-VO) oder
  4. durch Um­wand­lung (Form­wech­sel) ei­ner be­ste­hen­den Ak­ti­en­ge­sell­schaft (Art. 2 Abs. 4 i.V.m. 37 SE-VO).

Der Sat­zungssitz der SE muss in­ner­halb der EU lie­gen, und zwar in dem Mit­glied­staat, in dem sich die Haupt­ver­wal­tung der SE be­fin­det, Art. 7 S. 1 SE-VO. Eine Sitz­ver­le­gung in einen an­de­ren Mit­glied­staat ist je­doch nach Art. 8 SE-VO mög­lich.

Eine SE kann selbst eine oder meh­rere Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in Form ei­ner SE grün­den (sog. Se­kun­där­grün­dung). In die­sem Fall be­darf es kei­nes grenz­über­schrei­ten­den Be­zugs (Art. 3 Abs. 2 S. 1 SE-VO).

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