A. Was be­deu­tet In­sol­venz ?

II. Wel­che Kon­se­quen­zen hat ein Ver­stoß ge­gen die In­sol­venz­ver­fah­rens­vor­schrif­ten?

Ver­stöße ge­gen die In­sol­venz­vor­schrif­ten kön­nen ins­be­son­dere in der Vor­nahme un­zu­läs­si­ger Zah­lun­gen oder in ei­ner nicht recht­zei­ti­gen In­sol­venzan­trags­stel­lung lie­gen:

1. Er­satz­pflicht für un­er­laubte Zah­lun­gen

  • Gem. § 15b IV InsO sind die Ge­schäfts­füh­rer zum Er­satz von Zah­lun­gen ver­pflich­tet, die nach Ein­tritt der Zah­lungs­un­fä­hig­keit der Ge­sell­schaft oder nach Fest­stel­lung ih­rer Über­schul­dung ge­leis­tet wer­den (und nicht le­gi­ti­miert sind, § 15b I 2, II InsO).
  • Glei­ches gilt nach § 15b V InsO für Zah­lun­gen an die Ge­sell­schaf­ter, so­weit diese zur Zah­lungs­un­fä­hig­keit der Ge­sell­schaft füh­ren muss­ten.

2. Scha­denser­satz­an­sprü­che we­gen In­sol­venz­ver­schlep­pung

  • Bei pflicht­wid­rig ver­spä­te­ter oder un­ter­las­se­ner An­trag­stel­lung haf­ten die Ge­schäfts­füh­rer der Ge­sell­schaft ge­gen­über für Schä­den, die dar­aus ent­stan­den sind, nach § 43 Abs. 2 Gm­bHG. Ha­ben die Ge­sell­schaf­ter, z.B. durch Wei­sung, die An­trag­stel­lung ver­zö­gert, liegt in­so­weit keine Pf­licht­ver­let­zung vor. Im Ge­gen­satz zu § 15b InsO ist hier eine Scha­dens­fest­stel­lung und -be­rech­nung er­for­der­lich.
  • § 15a Abs. 1 S. 1 InsO ist zu­dem Schutz­ge­setz i.S.d. § 823 Abs. 2 BGB zu­guns­ten der Gläu­bi­ger.
  • Ge­schäfts­füh­rer, die vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig die In­sol­venzan­trags­pflicht ver­let­zen, ma­chen sich nach § 15a Abs. 4, 5 InsO straf­bar. Aus dem StGB kom­men zu­dem §§ 266, 283 ff. StGB in Be­tracht.

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