4. Wel­che Re­gress­mög­lich­kei­ten hat der Ge­sell­schaf­ter ge­gen die Ge­sell­schaft?

a. Wel­che Re­gress­mög­lich­kei­ten hat der Ge­sell­schaf­ter als Dritt­gläu­bi­ger?

1. Re­gress­mög­lich­kei­ten ge­gen die Ge­sell­schaft

So­weit die Ge­sell­schaft ge­gen­über ei­nem Drit­ten auf­tritt, haf­tet sie auf Grund ih­rer Rechts­sub­jekt­qua­li­tät selbst­stän­dig für ihre ein­ge­gan­gene Ver­bind­lich­keit. Dies gilt auch dann, wenn der Dritte zu­gleich Ge­sell­schaf­ter der GbR ist. Der An­spruch ge­gen die Ge­sell­schaft er­gibt sich aus dem je­wei­li­gen zu­grunde lie­gen­den Schuld­ver­hält­nis.

Ge­sell­schaf­ter A der L-GbR ist Ei­gen­tü­mer von Ge­werberäu­men und ver­mie­tet diese and die L-GbR zur mo­nat­li­chen Miete von 5.000 €. A hat ge­gen die L-GbR einen An­spruch auf Zah­lung der Miete aus § 535 Abs. 2 BGB.

2. Re­gress­mög­lich­kei­ten ge­gen die Mit­ge­sell­schaf­ter

Die Mit­ge­sell­schaf­ter haf­ten für alle Ver­bind­lich­kei­ten der Ge­sell­schaft nach § 128 HGB ana­log. Al­ler­dings be­steht zwi­schen den Ge­sell­schaf­tern eine be­son­dere Treue­pflicht auf Grund ih­rer Ver­bun­den­heit in der Ge­sell­schaft. Da­her kann der Ge­sell­schaf­ter die Mit­ge­sell­schaf­ter nur in An­spruch neh­men, wenn ein Vor­ge­hen ge­gen die Ge­sell­schaft nicht er­folgs­ver­spre­chend ist. Fer­ner ist der An­spruch des Ge­sell­schaf­ters ge­gen die Mit­ge­sell­schaf­ter um sei­nen ei­gen Ver­lu­stan­teil ge­kürzt, da die Ge­sell­schaf­ter je­weils nur in Höhe des auf sie ent­fal­len­den Ver­lu­stan­tei­les haf­ten (pro ra­ta).

So­weit die­ser An­spruch des A ge­gen die L-GbR auf die mo­nat­li­che Miete von 5.000 € nicht er­folgs­ver­spre­chend ist, kann A sich auch ge­gen sei­nen Mit­ge­sell­schaf­ter B wen­den und von die­sem Zah­lung von 2.500 € nach § 535 Abs. 2 BGB, § 128 HGB ana­log ver­lan­gen.

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