I. Was un­ter­schei­det "Kör­per­schaften" von "Per­so­nen­ge­sell­schaften"?

1. Was sind die ty­pi­schen Merk­male von "Per­so­nen­ge­sell­schaften"?

Fol­gende sind die ty­pi­schen Merk­male von Per­so­nen­ge­sell­schaften:

  • Recht­li­che Ei­n­ord­nung als Ge­samt­handsge­mein­schaft

Die Per­so­nen­ge­sell­schaft ist i.d.R. eine Ge­samt­handsge­mein­schaft. Zwar kann auch die Per­so­nen­ge­sell­schaft Trä­ge­rin von Rech­ten und Pf­lich­ten sein, je­doch ist sie dies nicht als ei­gen­stän­dige ju­ris­ti­sche Per­son, son­dern nur durch die Ge­samt­heit der Ge­sell­schaf­ter.

Eine Grün­dung ei­ner Per­so­nen­ge­sell­schaft er­for­dert stets den Zu­sam­menschluss von mind. zwei Per­so­nen. Nach dem Aus­schei­den des vor­letz­ten Ge­sell­schaf­ters aus der Per­so­nen­ge­sell­schaft be­steht folg­lich keine Ge­sell­schaft mehr.

  • starke mit­glied­schaft­li­che Bin­dung

Auf Grund der star­ken per­sön­li­chen Bin­dung der Per­so­nen­ge­sell­schaft an ihre Mit­glie­der ist ihr Be­stand von den Mit­glie­dern ab­hän­gig. Da der Zu­sam­menschluss der Ge­sell­schaf­ter auf ei­nem ge­gen­sei­ti­gen Ver­trauen ba­siert, sind die An­teile da­her i.d.R. nicht frei über­trag­bar oder ver­erb­lich.

A be­sitzt einen An­teil an ei­ner oHG und möchte die­sen auf sei­nen Sohn S über­tra­gen. Hier­für be­darf er je­doch die Zu­stim­mung sämt­li­cher Ge­sell­schaf­ter.

  • Selb­st­organ­schaft

Die Ge­sell­schaf­ter füh­ren die Ge­schäfte selbst (§ 709 BGB).

  • Ein­stim­mig­keits­prin­zip

Für Be­schlüsse der Ge­sell­schaft wird vom Ge­setz stets die Zu­stim­mung al­ler Ge­sell­schaf­ter ge­for­dert (§ 709 BGB).

  • Per­sön­li­che Haf­tung

Die Ge­sell­schaf­ter haf­ten stets auch ak­zes­so­risch mit ih­rem pri­va­ten Ver­mö­gen für die Ver­bind­lich­kei­ten der Ge­sell­schaft.

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