III. Wie erfolgen Kapitaländerungen bei der GmbH?
3. Selbstkotrollaufgabe: Was ist ein "Kapitalschnitt"?
Selbstkontrollaufgabe: Geht es der GmbH wirtschaftlich schlecht, hilft man sich oft mit einem so genannten Kapitalschnitt. Dabei wird eine vereinfachte Kapitalherabsetzung bei gleichzeitiger Kapitalerhöhung durchgeführt. Überlegen Sie, wie ein solcher Kapitalschnitt ablaufen kann und worin der Nutzen dieses Vorgehens liegt. |
| Antwort (bitte anklicken) |
Ziel des Kapitalschnittes ist es, eine Unterbilanz der GmbH zu beseitigen oder zumindest zu vermindern und der Gesellschaft neues Kapital zuzuführen, mit dem sie arbeiten kann. Verzeichnet die GmbH zu große Verluste in der Bilanz, bekommt sie, wenn überhaupt, nur schwer ein Darlehen von der Bank. Um daher liquides Vermögen in die Gesellschaft einzubringen, bleibt der GmbH nur die Möglichkeit neue Gesellschaftsanteile gegen Einlagen herauszugeben. Durch eine direkte effektive Kapitalerhöhung würde sich jedoch auch das Stammkapital erhöhen. Der Wert jedes einzelnen Gesellschaftsanteils bleibt daher hinter dem Nennbetrag zurück, sodass auch die neuen Anteile weniger wert sind, als ihr Nennwert (vgl. dazu auch das Beispiel unten). Entsprechend würden die Anteile nur zu dem tatsächlichen, unter dem Nennwert liegenden, Preis übernommen werden. Eine Ausgabe unter dem Nennbetrag ist jedoch nicht erlaubt, § 5 GmbHG, § 7 Abs. 2 GmbHG. Im Rahmen einer vereinfachten Kapitalherabsetzung wird daher zunächst das Stammkapital so weit herunter gesetzt, wie tatsächlich Eigenkapital vorhanden ist. Damit verschwindet der Jahresfehlbetrag. Das Stammkapital kann dabei auch unter den Mindestbetrag von 25.000 € fallen, wenn es danach wieder mindestens auf diesen Betrag erhöht wird. Sodann werden im Rahmen einer effektiven Kapitalerhöhung neue Gesellschaftsanteile zu einem dem Wert entsprechenden Bezugspreis ausgegeben. |