C. Was kenn­zeich­net die BGB-In­nen­ge­sell­schaft?

I. Be­schrän­kun­gen der An­wend­bar­keit des GbR-Rechts?

Die In­nen-GbR ist eine "nor­ma­le" Ausprä­gung der GbR. Da­her fin­det grds. das ge­samte Recht der GbR An­wen­dung.

Aus­nah­men gel­ten be­züg­lich der Nor­men zum Ge­sell­schafts­ver­mö­gen, wel­ches in der Re­gel nicht vor­han­den sein wird. Bei Auf­lö­sung der In­nen-GbR dürfte eine Aus­ein­an­der­set­zung nach §§ 730 ff. BGB un­zweck­mä­ßig sein. In Be­tracht kommt dann die (ana­lo­ge) An­wen­dung des Li­qui­da­tionsrechts der stil­len Ge­sell­schaft ge­mäß § 235 HGB.

Da die In­nen­ge­sell­schaft nicht rechts­fä­hig und in al­ler Re­gel nicht hin­rei­chend kör­per­schaft­lich or­ga­ni­siert ist, fin­det die Ak­zes­so­rie­täts­theo­rie (=persönliche Haf­tung der GbR-Ge­sell­schaf­ter für Ver­bind­lich­kei­ten der GbR durch ana­loge An­wen­dung von § 128 HGB) keine An­wen­dung.

Da­her ist das Han­deln "für die Ge­sell­schaft" man­gels Of­fen­kun­dig­keit nach au­ßen ent­we­der ein Fall ver­deck­ter Stell­ver­tre­tung oder nur auf Rech­nung der Mit­ge­sell­schaf­ter. Da­durch lässt sich die ver­trag­li­che Haf­tung mit Be­schrän­kun­gen der Ver­tre­tungsmacht ein­gren­zen. Ge­mäß § 714 BGB i.V.m. § 427 BGB, § 428 BGB haf­ten die Ge­sell­schaf­ter der In­nen-GbR bei wirk­sa­mer Stell­ver­tre­tung als Ge­samt­schuld­ner und wer­den als Ge­samt­gläu­bi­ger be­rech­tigt. Die­ses Er­geb­nis ent­spricht der Ge­samt­handsleh­re.

Auch fin­det § 31 BGB keine An­wen­dung. Für De­likte haf­tet erst ein­mal nur der Han­delnde ge­mäß den §§ 823 ff. BGB. An­sons­ten fin­den die § 278 BGB, § 831 BGB An­wen­dung.

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