Ist die GbR "rechts­fä­hige Per­so­nen­ge­sell­schaft" (§ 14 Abs. 2 BGB)?

4. Fall: Kann eine GbR in das Grund­buch als Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin ein­ge­tra­gen wer­den?

Die AB-GbR ist im Im­mo­bi­li­en­ge­schäft tä­tig. Im Ge­sell­schafts­ver­mö­gen be­fin­den sich meh­rere Grund­stücke. Kann die Im­mo­bi­lien-GbR in das Grund­buch als Ei­gen­tü­me­rin ein­ge­tra­gen wer­den?

Lö­sungs­vor­schlag

In das Grund­buch kön­nen bzw. müs­sen Rechte an Grund­stücken ein­ge­tra­gen wer­den, vgl. §§ 891 ff. BGB, §§ 3 ff. GBO, hier­un­ter ins­be­son­dere das Ei­gen­tum.

Ei­gen­tum der GbR?

Zu­erst müsste die AB-GbR Ei­gen­tü­me­rin iSd § 903 BGB der Grund­stücke sein und nicht ihre Ge­sell­schaf­ter in ge­samt­hän­de­ri­scher Ver­bun­den­heit. Das In­ne­ha­ben von Ei­gen­tum setzt Rechts­fä­hig­keit vor­aus, also die Fä­hig­keit, Trä­ger von Rech­ten und Pf­lich­ten zu sein. Nach heute über­wie­gen­der Mei­nung ist zu­min­dest die un­ter­neh­men­s­tra­gende Au­ßen-GbR rechts­fä­hig, also hier Ei­gen­tü­me­rin.

Ein­tra­gungs­pflicht

Da­nach wäre die GbR selbst als Ei­gen­tü­me­rin ein­zu­tra­gen, §§ 13 Abs. 1, 19, 29, 39 GBO. Die Ein­tra­gung in das Grund­buch folgt in­so­weit der ma­te­ri­el­len Rechts­lage.

Ein­tra­gungs­fä­hig­keit?

Auf­grund der Aner­ken­nung der Rechts­fä­hig­keit der GbR wurde mit Wir­kung zum 18.08.2009 die Grund­buch­fä­hig­keit der GbR in § 47 Abs. 2 GBO ein­ge­fügt, so­dass für die­se, un­ter na­ment­li­cher Nen­nung al­ler Ge­sell­schaf­ter, auch Rechte an Grund­stücken, mit­hin auch das Ei­gen­tum, in das Grund­buch ein­ge­tra­gen wer­den kön­nen.

Er­geb­nis

Die AB-GbR kann so­mit un­ter den Voraus­set­zun­gen des § 47 Abs. 2 GBO als Ei­gen­tü­me­rin ei­nes Grund­stücks in das Grund­buch ein­ge­tra­gen wer­den.

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