G. Was ist ein nicht­rechts­fä­hi­ger Ve­rein?

IV. Kon­troll­fra­ge: Wie haf­tet man im nicht­rechts­fä­hi­gen Ve­rein?

Erin­nern Sie sich an die Haf­tung des rechts­fä­hi­gen Ve­reins. Wer haf­tet un­ter Berück­sich­ti­gung des § 54 BGB für Ver­bind­lich­kei­ten ei­nes nicht­rechts­fä­hi­gen Ve­reins?

Ant­wort (bitte ankli­cken)
  1. Es haf­tet der Ve­rein selbst mit sei­nem Ver­mö­gen.

    Ver­trag­li­che Ver­bind­lich­kei­ten be­grün­det der Vor­stand in Ver­tre­tung des Ve­reins, § 26 Abs. 2 BGB. (Nach a.A. haf­ten alle Mit­glie­der über § 427 BGB, be­schränkt auf ih­ren An­teil am Ve­reinsver­mö­gen.)

    Über § 31 BGB tref­fen den Ve­rein auch de­lik­ti­sche Ver­bind­lich­kei­ten, wel­che durch die Ver­tre­ter be­gan­gen wur­den.

  2. Für den Ve­rein Han­delnde haf­ten aus § 54 S. 2 BGB. (Dazu so­gleich mehr.)

  3. Die Ver­tre­ter bzw. Vor­stands­mit­glie­der haf­ten nach all­ge­mei­nen Re­geln.

  4. Die Mit­glie­der haf­ten im Re­gel­fall nicht.

    Bei der Haf­tung im nicht­rechts­fä­hi­gen Ideal­ver­ein wer­den die Ver­mö­gen von Mit­glie­dern und Ve­rein (fast wie in ei­nem ein­ge­tra­ge­nen Ve­rein) ge­trennt:

    • Der nicht ein­ge­tra­gene Ve­rein selbst haf­tet mit sei­nem Ve­reinsver­mö­gen. § 31 BGB ist an­wend­bar. Auch für Leis­tungs­stö­run­gen gel­ten wie beim rechts­fä­hi­gen Ve­rein § 31 BGB bzw. § 278 BGB.

    • Eine per­sön­li­che Haf­tung der Ve­reinsmit­glie­der mit ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen ist (an­ders als bei der GbR) we­gen der kör­per­schaft­li­chen Struk­tur aus­ge­schlos­sen. Des­halb er­for­dert nicht der Haf­tungs­aus­schluss, son­dern die Haf­tungs­be­grün­dung eine po­si­tive Grund­lage in der Sat­zung (noch ein­mal: dies gilt nur für Ideal­ver­eine, da bei un­ter­neh­me­ri­scher Tä­tig­keit (also kein Ideal­ver­ein) die per­sön­li­che Haf­tung die Re­gel ist). Ein Haf­tungs­aus­schluss durch Sat­zung oder In­di­vi­duala­b­rede ist also nicht er­for­der­lich, da die Haf­tung durch die Sat­zung erst kon­sti­tu­tiv ent­steht. Nach an­de­rer Auf­fas­sung ist die Haf­tungs­be­schrän­kung (durch Be­schrän­kung der Ver­tre­tungsmacht) i.d.R. kon­klu­dent in der Sat­zung ver­ein­bart wor­den. Dies ist je­doch an­ge­sichts der Recht­spre­chung zur GbRmbH frag­wür­dig.

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