C. Wo­nach kann man Rechts­for­men ord­nen?

V. Was be­han­delt das "Ka­pi­tal­ge­sell­schaftsrecht"?

Das Ka­pi­tal­ge­sell­schaftsrecht be­han­delt die be­son­de­ren Pro­bleme der Ka­pi­tal­ge­sell­schaften. Nach der Klam­mer­de­fi­ni­tion von § 3 Abs. 1 Nr. 2 UmwG (e­benso die Über­schrift des 2. Ab­schnitt des 3. Bu­ches des HGB) sind dies:

  • die Ak­ti­en­ge­sell­schaft (AG) - so­wie (nicht ge­nannt) die Eu­ro­päi­sche Ak­ti­en­ge­sell­schaft (So­cie­tas Eu­ro­pea, SE),

  • die Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung (GmbH) - ein­schließ­lich der Un­ter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt) - und

  • die Kom­man­dit­ge­sell­schaft auf Ak­tien (KGaA).

Für diese Ge­sell­schaf­ten ver­langt das Ge­setz je­weils die Schaf­fung ei­nes Min­dest­ver­mö­gens nach stren­gen Vor­ga­ben (Stamm- bzw. Grund­ka­pi­tal) , (sog. Ka­pi­tal­auf­brin­gungsgrund­satz). Auch spä­ter darf die­ses nicht wie­der an die Ge­sell­schaf­ter zu­rück­flie­ßen (sog. Ka­pi­taler­hal­tungsgrund­satz). Ein Rück­griff auf das Pri­vat­ver­mö­gen der Ge­sell­schaf­ter ist da­für grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen. Die Haf­tungs­be­schrän­kung der Ka­pi­tal­ge­sell­schaft wird folg­lich durch die stren­ge­ren Ka­pi­tal­schutz­vor­schrif­ten er­kauft.

Zu­dem er­schöpft sich die Be­tei­li­gung der Ge­sell­schaf­ter zu­meist in der Zur­ver­fü­gung­stel­lung von Ka­pi­tal, wo­hin­ge­gen eine per­sön­li­che Mit­ar­beit idR nicht ver­langt wird, je­doch ist eine ab­wei­chende ge­sell­schafts­ver­trag­li­che Ge­stal­tung mög­lich.

Im Ge­gen­satz hierzu stellt das Ge­setz bei den Per­so­nen­ge­sell­schaften keine Min­dest­an­for­de­run­gen an das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen. Fer­ner ist hier, so­weit vor­han­den, ein Rück­fluss des Ge­sell­schafts­ver­mö­gens an die Ge­sell­schaf­ter zu­läs­sig. Auf­grund die­ser ge­rin­gen Ka­pi­tal­schutz­vor­schrif­ten haf­ten die Ge­sell­schaf­ter da­für auch un­be­schränkt mit ih­rem pri­va­ten Ver­mö­gen (§ 128 HGB). Eine Aus­nahme die­ser un­be­schränk­ten Haf­tung gilt aber für den Kom­man­di­tisten bei ge­leis­te­ter und un­an­ge­tas­te­ter Ein­lage (§ 171 HGB).

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