B. Wie ent­steht eine AG? - Theo­rie und Pra­xis

III. Was gilt bei Feh­lern bei der Grün­dung der AG?

Bei Wil­lens­män­geln oder an­de­ren Feh­lern vor In­voll­zug­set­zung der Vor-AG gel­ten die all­ge­mei­nen zi­vil­recht­li­chen Vor­schrif­ten, da­nach (a­ber vor Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter) gel­ten die Grund­sätze der feh­ler­haf­ten Ge­sell­schaft.

Grund­sätz­lich wird die AG bei Feh­lern bei der Grün­dung nicht ein­ge­tra­gen (§ 38 AktG). Er­folgt die Ein­tra­gung trotz­dem, so ist grund­sätz­lich Be­stands­schutz ge­ge­ben.

Nur in den Fäl­len von § 275 Abs. 1 AktG (k­eine An­gabe zu Grund­ka­pi­tal oder Un­ter­neh­mens­ge­gen­stand oder nich­ti­ger Un­ter­neh­mens­ge­gen­stand) kann bin­nen 3 Jah­ren nach Ein­tra­gung Nich­tig­keits­klage nach §§ 275 ff. AktG er­ho­ben wer­den, die bei feh­len­der Hei­lung (§ 276 AktG) zur Nich­tig­keit ex nunc führt. Die AG ist dann zu li­qui­die­ren (§ 277 AktG).

Ganz aus­nahms­weise kann das Re­gis­ter­ge­richt eine AG von Amts we­gen aus dem Re­gis­ter strei­chen (sog. "Amts­lö­schung") wenn ein Nich­tig­keits­grund nach §§ 275, 276 AktG vor­liegt (§ 397 FamFG). Noch wei­ter geht die Be­fug­nis zur Lö­schung we­gen schwerst­wie­gen­den Sat­zungsmän­geln (§ 399 FamFG), kon­kret Firma und den Sitz, Art und Nenn­be­trag von Ak­tien, Zu­sam­men­set­zung der Or­gane (§ 23 Nr. 1, 4, 5, 6 AktG).

Die Re­ge­lung in §§ 275 ff. AktG (so­wie in §§ 397, 399 FamFG) ist ab­schlie­ßend. Eine Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen dem Ver­stoß ge­gen die gu­ten Sit­ten und dem ge­gen zwin­gen­des Recht ist er­for­der­lich.

Ist der Min­des­tin­halt der Sat­zung be­trof­fen, sind §§ 275 ff. AktG (o­der §§ 397, 399 FamFG) an­wend­bar; in al­len an­de­ren Fäl­len ist die Sat­zung im Üb­ri­gen (aus­schließ­lich der frag­li­chen Be­stim­mung) wirk­sam.

§ 275 AktG ist ge­gen­über § 139 BGB spe­zi­el­ler.

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