B. 2. Ab­schnitt: Die Eu­ro­päi­sche Wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen­ver­ei­ni­gung (EWIV)

V. Wie wird die EWIV be­en­det?

Wie bei al­len Ge­sell­schaf­ten ist zwi­schen Auf­lö­sung und Li­qui­da­tion zu un­ter­schei­den:

Zu un­ter­schei­den sind drei Auf­lö­sungs­mög­lich­kei­ten:

  • Eine Auf­lö­sung kann er­fol­gen durch grds. ein­stim­mi­gen Mit­glie­der­be­schluss (Art. 31 Abs. 1 EWIV-VO). Ein Auf­lö­sungs­be­schluss ist auch dann er­for­der­lich, wenn eine Be­fris­tung oder Be­din­gung der Ge­sell­schaft ein­ge­tre­ten ist, der grenz­über­schrei­tende Cha­rak­ter ver­lo­ren ge­gan­gen ist oder der Ge­sell­schafts­zweck er­reicht bzw. un­mög­lich ge­wor­den ist. Je­doch kann in die­sen Fäl­len je­des Mit­glied nach Ablauf von 3 Mo­na­ten die ge­richt­li­che Auf­lö­sung ver­lan­gen (Art. 31 Abs. 2 S. 2 EWIV-VO).

  • Un­ter be­stimm­ten Um­stän­den kann das Ge­richt die Auf­lö­sung der EWIV aus­spre­chen. Nach Art. 32 Abs.1 EWIV-VO gilt dies auf An­trag ei­nes Be­tei­lig­ten oder ei­ner zu­stän­di­gen Be­hörde bei un­zu­läs­si­gem Zweck, un­zu­läs­si­ger Sitz­wahl oder Ver­lust des grenz­über­schrei­ten­den Cha­rak­ters. Da­ne­ben kann die Auf­lö­sung aus wich­ti­gem Grund von je­dem Mit­glied gel­tend ge­macht wer­den (Art. 32 Abs. 2 EWIV-VO).

  • Die Ge­sell­schaft wird auch auf­ge­löst durch Er­öff­nung ei­nes In­sol­venz­ver­fah­rens über das Ver­mö­gen der Ve­reinigung (§ 131 Abs. 1 Nr. 3 HGB). An­trags­be­rech­tigt sind die Ge­schäfts­füh­rer und die Mit­glie­der (§ 11 Abs. 1 EWIV-Aus­fG). Das Insolvenz­ver­fah­ren er­streckt sich nicht au­to­ma­tisch auf die Mit­glie­der (Art. 36 S. 2 EWIV-VO).

Mit der Auf­lö­sung än­dert sich der Zweck zur Ab­wick­lung und Ver­wer­tung des Ge­sell­schafts­ver­mö­gens. Die Li­qui­da­tion (Art. 35 Abs. 1 EWIV-VO) er­folgt grds. durch die Ge­schäfts­füh­rer (§ 10 Abs. 1 Aus­fG) und nach OHG-Recht gilt. Bis zu ih­rem Ab­schluss bleibt die Ve­reinigung rechts­fä­hig (Art. 35 Abs. 3 EWIV-VO).

Auf­lö­sung und Been­di­gung müs­sen in das Re­gis­ter ein­ge­tra­gen und be­kannt ge­macht, der Auf­lö­sungs­be­schluss bzw. die ent­spre­chende Ge­richts­ent­schei­dung muss beim Re­gis­ter hin­ter­legt wer­den (Art. 7 S. 2 lit. f) EWIV-VO; Art. 8 S. 1 lit. c) EWIV-VO; § 3 Abs. 2 S. 1 EWIV-Aus­fG).

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